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3K3DES / 2K3DES
Die älteren Triple-DES-Verschlüsselungsmodi, die MIFARE-DESFire-Chips mit zwei (112 Bit) oder drei (168 Bit) geheimen Schlüsseln zur Authentifizierung und Verschlüsselung von Datenframes unterstützen. Sie werden vor allem aus Gründen der Abwärtskompatibilität mit älteren Verkehrsinfrastrukturen beibehalten.
8-BIT-ZEICHENKODIERUNG (NDEF)
Die Anordnung der Byte, mit der in NDEF-Text-Datensätzen Zeichen kodiert werden. Meist kommen UTF-8 oder UTF-16 zum Einsatz, angegeben im Statusbyte der Nutzdaten.
213 / 215 / 216 SPEICHERVARIANTEN
Die grundlegenden Kapazitätsstufen der NTAG21x-Familie mit 144 Byte, 504 Byte bzw. 888 Byte nutzbarem NDEF-Speicher, alle auf derselben Type-2-Protokolllogik aufgebaut. Ausführliche Seiten zu den Chips: NTAG213, NTAG215 und NTAG216.
AAR (ANDROID APPLICATION RECORD)
Ein spezieller NDEF-Datensatz, der ein Android-Gerät beim Lesen des Tags anweist, eine bestimmte App zu öffnen, oder deren Download-Seite, falls die App fehlt. Er ist Android-spezifisch und wird von iPhones ignoriert: Ein Tag für ein beliebiges Publikum sollte sich nie allein darauf stützen.
AAR-OVERRIDE
Ein Phänomen, bei dem ein Android-Gerät den primären NDEF-Datensatz (etwa einen Weblink) ignoriert und direkt die im Android Application Record angegebene App öffnet. Die übliche Weiterleitung im Web ist dann nicht möglich, solange die betreffende App nicht deinstalliert wird.
ABHÖREN
Das Abfangen eines kontaktlosen Austauschs aus der Ferne durch einen Dritten mit entsprechender Ausrüstung, ohne an der Kommunikation teilzunehmen. Die Physik des Nahfelds erschwert das, da das Signal schon auf kurze Distanz zusammenbricht, schließt es aber theoretisch nicht aus: Transaktionssysteme begegnen dem mit der Verschlüsselung ihres Austauschs, während der Tag mit Klartextinhalt, den alle lesen können, per Definition nichts zu verbergen hat.
ABORT TRANSACTION
Ein ausdrücklicher Sicherheitsbefehl in MIFARE DESFire, der eine laufende Dateiaktualisierung abbricht und alle noch nicht festgeschriebenen Datenänderungen sofort zurücknimmt, um die Integrität des Speichers zu wahren.
ACK / NAK (NFC-KOMMUNIKATION)
Die grundlegenden positiven (Acknowledgement) und negativen (Negative Acknowledgement) Steuersignale, die auf Protokollebene zwischen Lesegerät und Tag ausgetauscht werden, um den Empfang von Befehlen zu bestätigen.
AES (ADVANCED ENCRYPTION STANDARD)
Ein symmetrischer kryptografischer Algorithmus, der in NFC-Chips mit hohem Sicherheitsniveau (etwa MIFARE DESFire oder NTAG 424 DNA) integriert ist und Vertraulichkeit der Daten, gegenseitige Authentifizierung und Schutz vor Klonen gewährleistet. Anders als einfache Speicher-Tags, die im Klartext lesbar sind, kommunizieren AES-fähige Tags mithilfe geheimer Schlüssel gesichert mit Lesegeräten.
Siehe auch: Verschlüsselung, MIFARE DESFire, NTAG 424 DNA.
AES-128-AUTHENTIFIZIERUNG
Das gegenseitige Challenge-Response-Authentifizierungsprotokoll auf Basis geheimer 128-Bit-AES-Schlüssel. Damit weisen sich sichere NFC-Chips (MIFARE DESFire, ICODE DNA, NTAG 424 DNA) und ein Lesegerät gegenseitig die Kenntnis des gemeinsamen Schlüssels nach und leiten Sitzungsschlüssel ab, bevor ein Zugriff auf geschützten Speicher erfolgt.
AFI (APPLICATION FAMILY IDENTIFIER)
Ein spezielles Konfigurationsbyte, das vor allem bei Chips nach ISO/IEC 15693 (Type 5) verwendet wird und den Anwendungsbereich des Tags einordnet (z. B. Medizin, Bibliothek, industrielle Logistik). So kann ein Lesegerät gezielt nur Tags einer bestimmten Familie ansprechen, ohne ihren gesamten Speicherinhalt zu lesen.
Siehe auch: ISO/IEC 15693, NFC-Forum-Tag-Typen.
AKTIVE LASTMODULATION (ALM)
Eine fortgeschrittene Technik der Kartenemulation, bei der ein kleines Gerät ein HF-Signal in Bursts aktiv an das Lesegerät zurücksendet, statt das Feld passiv zu modulieren. Sie gleicht extrem kleine Antennen in Wearables aus.
AKTIVER ANGRIFF
Ein Angriffsvektor der IT-Sicherheit, bei dem ein Angreifer während einer laufenden NFC-Kommunikation aktiv Funkframes einschleust, verändert oder unterdrückt, statt nur passiv mitzuhören.
AKTIVER VS. PASSIVER MODUS
Die zwei grundlegenden Betriebsarten der NFC-Funkkommunikation. Im aktiven Modus erzeugen beide Geräte ein eigenes HF-Feld, um Daten zu senden (üblich beim Austausch zwischen Geräten). Im passiven Modus erzeugt nur der Initiator (das Lesegerät) das Feld, während das Ziel (der Tag) sich aus diesem Feld mit Energie versorgt und per Lastmodulation antwortet.
Siehe auch: passiv, Lastmodulation, Betriebsarten.
AMPLITUDENMODULATION (ASK)
Das Verfahren, mit dem das Lesegerät seine Befehle an den Tag sendet, indem es die Amplitude des Trägers nach einem vereinbarten Code verändert. Sie ist die Downlink-Richtung der Kommunikation, deren Uplink-Gegenstück die Lastmodulation ist.
ANDROID BEAM
Eine frühere Android-Funktion, die den Peer-to-Peer-Modus nutzte, um Inhalte zwischen zwei Smartphones auszutauschen, die Rücken an Rücken gehalten wurden, und die inzwischen aus dem System entfernt wurde. Ihr Name taucht noch in älterer Dokumentation auf; ihr Verschwinden zeigt, dass sich NFC für Endverbraucher wieder auf Tags und Bezahlen konzentriert.
ANGRIFFSFLÄCHE (NFC)
Die Gesamtheit der physischen, funktechnischen und softwareseitigen Schwachstellen, die ein NFC-System bietet – vom physischen Sondieren des Chips bis zum URL-Spoofing auf Anwendungsebene.
ANTENNE
Eine Spirale aus leitfähigem Material, meist Kupfer oder Aluminium, die den Chip eines Tags umgibt. Sie nimmt Energie aus dem Magnetfeld des Lesegeräts auf und dient als Kommunikationsweg in beide Richtungen. Wird sie versehentlich durchtrennt, durch einen Knick oder einen Schnitt, bleibt der Tag dauerhaft stumm: Sie ist der empfindliche Punkt des Objekts.
ANTENNENABSTIMMUNG
Die Einstellung der Antenne eines Tags oder Lesegeräts, damit sie genau auf der Arbeitsfrequenz in Resonanz ist – die Voraussetzung für eine effiziente Energieübertragung. Eine sorgfältige Abstimmung, eine Frage von Entwurf und Fertigung, erklärt, warum zwei gleich große Tags spürbar unterschiedliche Lesereichweiten bieten können.
ANTENNENFERTIGUNG
Tag-Antennen entstehen in drei Hauptverfahren: durch Ätzen einer Aluminium- oder Kupferfolie, durch Drucken mit leitfähigen Tinten und durch Wickeln von Kupferdraht, das dicken Formaten wie Token und starren Karten vorbehalten ist. Das Verfahren beeinflusst Feinheit, Kosten und Leistung; Anwender müssen es nicht auswählen, doch das Vokabular taucht in den Datenblättern der Hersteller auf.
ANTI-METALL-TAG
Ein Tag mit einer Ferritschicht, die ihn von Metalloberflächen abschirmt, die sonst jede Kommunikation ersticken würden. Unverzichtbar, wo ein Tag auf oder nahe Metall sitzen muss, ist er das Mittel gegen jenen großen Klassiker, den stummen Tag auf einer Stahltür. Wird auch unter der Bezeichnung On-Metal-Tag verkauft.
ANTI-PASSBACK
Eine Sicherheitsregel in Zutrittskontrollsystemen, die verhindert, dass ein Berechtigungsnachweis (oder ein geklonter Tag) zweimal hintereinander gescannt wird, um Zutritt zu erhalten, ohne dass dazwischen ein Ausgangsscan erfolgt ist.
ANTI-REPLAY-PROTOKOLL
Eine kryptografische Architektur, die sicherstellt, dass abgefangene Funkframes nicht von Unbefugten aufgezeichnet und wiedergegeben werden können, um gültige Befehle auszuführen.
ANTI-TEARING
Ein in bestimmte Chips eingebauter Schutz vor unterbrochenen Schreibvorgängen, wenn der Tag zu früh aus dem Feld genommen wird: Sensible Daten, Zähler oder Sperrbits werden so aktualisiert, dass sie auch dann konsistent bleiben, wenn die Übertragung abbricht. Das ist kein Freibrief: Den Tag bis zur Bestätigung ruhig zu halten, bleibt die Regel.
ANTIKOLLISION
Ein von den Normen vorgesehener Mechanismus für den Fall, dass sich mehrere Tags gleichzeitig im Feld eines Lesegeräts befinden: Er identifiziert sie nacheinander. Er erklärt, warum ein Lesegerät eine verworrene Lage entwirren kann, nicht aber, dass man es darauf anlegen sollte: In der Praxis bleibt die goldene Regel für Zuverlässigkeit, die Tags einzeln vorzuhalten.
ANWENDUNGS-ID (AID - DESFIRE)
Eine eindeutige Ortskennung mit 3 Byte innerhalb eines DESFire-Chips, mit der eine bestimmte Anwendung (z. B. Nahverkehr = 0x000001, Zutrittskontrolle = 0x000002) in seinem Dateisystem für mehrere Anwendungen adressiert wird.
ANWENDUNGS-ID (AID)
Eine eindeutige binäre Kennung (typischerweise 5 bis 16 Byte), die in Protokollen nach ISO/IEC 7816-4 verwendet wird, um eine bestimmte Anwendung auszuwählen, die in einem Secure Element oder einer Smartcard mit mehreren Anwendungen liegt.
ANWENDUNGS-MASTERSCHLÜSSEL (AMK)
Der Verwaltungsschlüssel einer einzelnen DESFire-Anwendung. Er berechtigt dazu, Zugriffsschlüssel zu ändern, Dateien zu erstellen oder zu löschen oder Anwendungseinstellungen zu ändern, ohne den Masterschlüssel auf Kartenebene zu benötigen.
ANWENDUNGSÜBERGREIFENDE DATEIFREIGABE
Eine in MIFARE DESFire EV2 eingeführte Funktion, mit der bestimmte Anwendungen anderen, unabhängigen Anwendungen auf demselben Chip schreibgeschützten oder Lese-/Schreibzugriff auf Dateien gewähren können.
APDU (APPLICATION PROTOCOL DATA UNIT)
Die elementare Einheit der Kommunikation zwischen einem Lesegerät und einer Smartcard, definiert durch die Norm ISO/IEC 7816: ein gesendeter Befehl, eine empfangene Antwort. APDUs sind die Low-Level-Sprache fortgeschrittener Karten, etwa für Banking oder Ausweise; der alltägliche NFC-Nutzer kommt nie mit ihnen in Berührung, da Apps das für ihn übernehmen.
ARCHITEKTUR VIRTUELLER KARTEN (VCA)
Eine Architekturschicht in DESFire EV2/EV3, die es einem einzelnen physischen Chip (oder einem dynamischen Emulationsziel auf dem Smartphone) erlaubt, verschiedenen Lesegeräten sauber mehrere virtuelle Smartcard-Profile zu präsentieren.
ASK 10 % / ASK 100 %
Die beiden Modulationstiefen der Amplitudenmodulation, die in Funkprotokollen wie ISO/IEC 14443 festgelegt sind. ASK 100 % (bei Type A) schaltet die Trägerleistung für Bruchteile einer Mikrosekunde vollständig ab, um Bits zu übertragen, während ASK 10 % (bei Type B) die Amplitude lediglich absenkt und so eine kontinuierliche Energieübertragung an dynamische Karten mit hohem Stromverbrauch ermöglicht.
ASYMMETRISCHE KRYPTOGRAFIE (ECC/RSA)
Kryptografische Public-Key-Verfahren, die von hochwertigen Smartcards unterstützt werden und digitale Signaturen sowie Schlüsselaustausch ermöglichen, ohne dass geheime Masterschlüssel zwischen den Geräten geteilt werden müssen.
ATQA (ANSWER TO REQUEST, TYPE A)
Die erste Antwort, die ein Type-A-Chip an das Lesegerät richtet, das ihn abfragt, in Form eines Codes, der einige seiner Eigenschaften ankündigt. Zusammen mit dem SAK trägt die ATQA beim Aufbau der Kommunikation zur technischen Identifizierung des Chips bei; diese Werte erscheinen in fortgeschrittenen Leseanwendungen und dienen vor allem der Diagnose.
ATS (ANSWER TO SELECT)
Der spezifische Antwortframe, den ein Type-A-Chip nach ISO/IEC 14443 beim Empfang eines Select-Befehls an das Lesegerät sendet. Er beschreibt seine Low-Level-Kommunikationsparameter, etwa die maximale Framegröße und Zeitanforderungen, bevor Protokolle höherer Schichten gestartet werden.
AUSFÜHRUNGSUMGEBUNG (EE)
Der sichere Ausführungsraum innerhalb des Betriebssystems eines Smartphones oder eines Secure Elements, in dem sensible Anwendungen für Zahlung oder Zutrittskontrolle sicher laufen.
AUTH0-/ACCESS-REGISTER
Konfigurationsbytes in NTAG21x-Chips, die die Adresse der Speicherseite festlegen, ab der der Passwortschutz greift. Das ermöglicht eine flexible Aufteilung in öffentliche und private Speicherbereiche.
AUTHENTIFIZIERUNGS-MAC
Ein kryptografischer Nachrichtenauthentifizierungscode (Message Authentication Code), der an NDEF-Datensätze angehängt wird und es einem Server erlaubt zu prüfen, dass die Tag-Daten von einer berechtigten Stelle erzeugt wurden.
AUTHLIM (AUTHENTIFIZIERUNGSLIMIT)
Eine Hardware-Sicherheitseinstellung in NTAG21x-Chips, die die maximale Anzahl aufeinanderfolgender fehlgeschlagener Passwortversuche festlegt, bevor sich der Chip dauerhaft gegen weitere Versuche sperrt.
BACKUP-DATENDATEI
Ein spezieller DESFire-Dateityp mit zwei identischen internen Speicherbänken; Aktualisierungen werden in einen zweiten Zwischenpuffer geschrieben und erst beim Ausführen des Befehls Commit Transaction ausgetauscht.
BANDBREITE (13,56 MHZ)
Der um 13,56 MHz zentrierte Frequenzbereich (typischerweise ±7 kHz bis ±848 kHz, je nach Hilfsträgern), den die modulierte Datenübertragung belegt.
BATTERIEUNTERSTÜTZTE LASTMODULATION
Eine Technik in aktiven Geräten, bei der eine eingebaute Batterie die Lastmodulationsantwort an das Lesegerät verstärkt. So können winzige Antennen so arbeiten wie die einer Kreditkarte in voller Größe.
BATTERIEUNTERSTÜTZTER PASSIVER TAG (BAP)
Eine hybride Tag-Architektur mit einer internen Batterie, die ausschließlich integrierte Sensoren oder Mikroprozessoren auf dem Tag versorgt, während für die Datenübertragung per Lastmodulation weiterhin vollständig das HF-Feld des Lesegeräts genutzt wird.
BENUTZERSPEICHER (SEITEN AB 04H)
Der zusammenhängende Block von Speicherseiten ab Adresse 0x04, in dem bei handelsüblichen NTAG-Chips die NDEF-Payloads der Nutzer (Links, Text, Kontakte) kodiert sind.
BETRIEBSMODI
Die drei unterschiedlichen Arten, wie ein NFC-fähiges Gerät funktionieren kann: Lesemodus (Reader/Writer: passive Tags lesen oder beschreiben), Kartenemulationsmodus (sich wie eine kontaktlose Smartcard für Zahlungen oder Ticketing verhalten) und Peer-to-Peer-Modus (Daten direkt mit einem anderen aktiven Gerät austauschen).
Siehe auch: Kartenemulation, P2P, Lesegerät.
BITORIENTIERTE ANTIKOLLISION
Der präzise Low-Level-Mechanismus nach ISO/IEC 14443 Type A, bei dem ein Lesegerät Bitkollisionen während der Tag-Identifizierung in Echtzeit erkennt. So kann es einen einzelnen Chip isolieren und mit ihm kommunizieren, auch wenn sich mehrere das Feld teilen.
BITRATENANPASSUNG
Die dynamische Anpassung der Übertragungsgeschwindigkeit (z. B. von 106 kbit/s bis zu 424 kbit/s oder 848 kbit/s), die Karte und Lesegerät je nach Feldqualität miteinander aushandeln.
BLOCK-WRITE-BEFEHL
Eine Anweisung, mit der ein Lesegerät eine ganze Speicherseite oder einen ganzen Block in einem einzigen Programmierzyklus überschreiben kann. Das beschleunigt Abläufe bei der Massenkodierung.
BLUETOOTH
Eine drahtlose Technologie mittlerer Reichweite, die auf zwei aktiven, mit Strom versorgten Geräten beruht und für dauerhafte Verbindungen, Audio oder Daten ausgelegt ist. Sie konkurriert nicht mit NFC, sondern ergänzt es: NFC übernimmt die sofortige Vorstellung, Bluetooth das dauerhafte Gespräch.
BPSK (BINÄRE PHASENUMTASTUNG)
Ein digitales Modulationsverfahren, bei dem die Phase des Trägersignals verschoben wird, um binäre Daten darzustellen. Es wird üblicherweise bei der Type-B-Kommunikation nach ISO/IEC 14443 eingesetzt, um eine robuste Uplink-Signalübertragung von der Karte zum Lesegerät zu gewährleisten.
Siehe auch: ISO/IEC 14443, NFC-B, Lastmodulation.
BYTE
Die Einheit zur Messung von Speicher, die in der Praxis ungefähr einem Textzeichen in einem Datensatz entspricht. Da Tag-Kapazitäten in Hunderten von Byte gezählt werden, ist das Byte die Währung, in der jedes Kodierungsprojekt budgetiert wird.
CAPABILITY CONTAINER (CC)
Ein kleiner Informationsblock am Anfang des Speichers mancher Tags, der dem Lesegerät ihre Eigenschaften beschreibt, Version, Größe, Zugriffsrechte, noch bevor irgendein Inhalt gelesen wird. Ein Begriff für den Expertenmodus, sichtbar in rohen Lesedaten, den Anwendungen für Sie interpretieren.
CASCADE TAG (CASCADE BYTE)
Ein spezielles Markierungsbyte (0x88), das bei der Antikollision zurückgegeben wird und dem Lesegerät signalisiert, dass die UID des Tags länger als 4 Byte ist und ein weiterer Kaskadenzyklus nötig ist.
CFG_LOCKED-BIT
Ein dauerhaftes Schutzbit in NTAG-Registern, das alle Konfigurationsseiten einfriert und unbefugte Änderungen an Passwörtern, Spiegelungseinstellungen oder Sperrkonfigurationen verhindert.
CHANGE-KEY-BEFEHL
Eine geschützte DESFire-Anweisung, mit der ein authentifizierter Benutzer einen bestimmten, in einer Anwendung gespeicherten Zugriffsschlüssel durch einen neuen Schlüsselwert überschreiben kann.
CHIP
Die winzige integrierte Schaltung im Herzen des Tags, die den Speicher, die Kommunikationslogik und die Schutzfunktionen beherbergt. Seine Typenbezeichnung bestimmt Kapazität und Möglichkeiten des Tags; seine Größe von unter einem Quadratmillimeter erklärt, warum ein Tag in einem Aufkleber Platz findet.
CIPHER MESSAGING (ICODE)
Ein Betriebsmodus bei kryptografischen ICODE-Chips, in dem Lese- und Schreibdaten per Funk vollständig mit symmetrischen AES-Algorithmen verschlüsselt übertragen werden, um den Datenschutz in Logistikketten zu gewährleisten.
CIPURSE
Ein offenes, auf Standards beruhendes Sicherheitsverfahren der OSPT Alliance für Ticketing im Nahverkehr und für die Zutrittskontrolle, entwickelt als Open-Source-Alternative zu proprietären Verschlüsselungstechnologien für Smartcards.
CMAC (CIPHER-BASED MESSAGE AUTHENTICATION CODE)
Eine kryptografische Prüfsumme, die bei DESFire-AES-Kommunikationssitzungen erzeugt und an Datenframes angehängt wird, um zu garantieren, dass übertragene Daten nicht von einem Angreifer verändert oder eingeschleust wurden.
COMMIT TRANSACTION
Der Befehl, der innerhalb einer DESFire-Transaktion alle ausstehenden Aktualisierungen an Backup-Datendateien, Wertdateien oder Datensatzdateien abschließt und alle Speicherschreibvorgänge atomar ausführt.
CORE NFC
Der Name des Software-Frameworks, über das Apple den iPhone-Apps Zugriff auf den NFC-Chip gewährt. Es erlaubt das Lesen und Schreiben gängiger Tags sowie bestimmter fortgeschrittener Befehle, jedoch in einem engeren Rahmen als bei Android: vom Nutzer über ein System-Scanfenster ausgelöste Vorgänge, Kartenemulation, die dem System vorbehalten bleibt, Low-Level-Funktionen unter Aufsicht. Diese Grenzen erklären die Unterschiede zwischen den Android- und den iOS-Versionen von NFC-Apps.
CRC (ZYKLISCHE REDUNDANZPRÜFUNG)
Ein Mechanismus zur Fehlererkennung, der den Austausch zwischen Lesegerät und Tag begleitet: Eine an die Frames angehängte Prüfsumme erlaubt es, fehlerhafte Übertragungen zu verwerfen. Er arbeitet unbemerkt und trägt trotz der Kürze des Kontakts zur Zuverlässigkeit der Kommunikation bei.
DÄMPFUNG
Der Verlust an Signalstärke im Hochfrequenzbereich durch Hindernisse, Entfernung oder absorbierende Materialien in der Umgebung. Bei NFC kann eine zu starke Dämpfung durch Metallgehäuse oder dichte Flüssigkeiten die HF-Energie unter die Schwelle drücken, die zur Versorgung passiver Chips nötig ist.
DATEIAUSWAHL-APDU
Ein Befehl nach ISO/IEC 7816-4, mit dem eine bestimmte Datendatei oder ein bestimmtes Verzeichnis im hierarchischen Dateisystem einer Smartcard ausgewählt wird.
DATENERHALT
Die Zeitspanne, in der der Speicher eines Chips seinen Inhalt ohne jede Stromversorgung behält; von den Herstellern mindestens für ein Jahrzehnt garantiert, in der Praxis meist weit länger. Zusammen mit der Zahl der möglichen Schreibzyklen macht er Tags zu Objekten, die für ein ganzes Nutzungsleben gebaut sind.
DATENERHALT OHNE STROMVERSORGUNG (ICODE)
Die garantierte physische Speicherdauer (typischerweise 50 Jahre oder mehr), über die ein unversorgter ICODE-Chip seinen EEPROM-Inhalt unter üblichen Umgebungsbedingungen behält.
DATENRATE
Die Übertragungsgeschwindigkeit von NFC-Austauschvorgängen, im Normalfall in der Größenordnung von 106 Kilobit pro Sekunde, bei manchen Varianten mehr. Nach den Maßstäben moderner Netze bescheiden, hat diese Rate praktisch keine Folgen: Tag-Inhalte werden in Hunderten von Byte gezählt und sind in Sekundenbruchteilen übertragen.
DATENSATZ
Der elementare Baustein des Inhalts eines Tags im NDEF-Format: Jeder Datensatz trägt ein Label, das seine Art angibt (Link, Text, Kontakt, WLAN-Konfiguration), und seine Payload. Ein Tag enthält im Rahmen seines Speichers einen oder mehrere Datensätze; beim spontanen Lesen lösen Smartphones in der Regel nur die Aktion des ersten aus.
DATENSATZDATEI (DESFIRE)
Eine DESFire-Dateiabstraktion auf hoher Ebene, die eine strukturierte Folge von Einträgen fester Größe enthält und Befehle wie Read Records oder Append Record unterstützt.
DEEP LINK
Eine Adresse, die statt einer Webseite direkt eine App oder eine bestimmte Ansicht darin öffnet. In einem Tag kodiert, macht sie die Geste für alle, die die App besitzen, direkter; ihre Fragilität, ein je nach Plattform und Version unterschiedliches Verhalten, spricht dafür, einen klassischen Weblink vorzuziehen, der zur App weiterleiten kann.
DELEGIERTE ANWENDUNGSVERWALTUNG
Eine Funktion in MIFARE DESFire EV2/EV3, mit der Drittanbieter von Anwendungen mithilfe vorab geladener kryptografischer Token eigene Anwendungen sicher auf eine Mehrzweckkarte laden, aktualisieren oder entfernen können, ohne Masterschlüssel zu teilen.
DES (DATA ENCRYPTION STANDARD) / 3DES
Ein älterer symmetrischer Verschlüsselungsalgorithmus, der früher in Smartcards verbreitet war und aufgrund von Sicherheitslücken heute weitgehend durch AES abgelöst wurde.
DESTROY-BEFEHL (ICODE)
Ein unumkehrbarer, passwortgeschützter Hardware-Befehl, der die HF-Schnittstelle des ICODE-Chips dauerhaft deaktiviert und das Label für immer vollständig stumm macht.
DISPLAY-INTEGRATION OHNE STROMVERSORGUNG
Eine aufkommende Architekturkombination, die dynamische NFC-Chips mit E-Ink-Displays paart, wobei die bei der Berührung durch ein Smartphone gewonnene Energie sowohl zum Aktualisieren des Display-Inhalts als auch zum Neubeschreiben des internen Speichers des Tags dient.
DRAHTLOSES LADEN (NFC-WLC)
Eine offizielle NFC-Forum-Spezifikation, mit der eine aktive NFC-Antenne kleine Energiemengen (bis zu 1 Watt) auf winzige, batteriebetriebene IoT-Geräte (etwa kabellose In-Ear-Kopfhörer, Eingabestifte oder Fitnesstracker) über die 13,56-MHz-Verbindung übertragen kann und dabei Energieübertragung und Datenkommunikation auf einer einzigen Spule vereint.
DUAL-INTERFACE-CHIP (DYNAMIC-TAG-CHIP)
Ein spezialisierter Chip mit einer drahtlosen NFC-Schnittstelle und einer drahtgebundenen Busschnittstelle (etwa I2C oder SPI). Er ermöglicht es einem externen Mikrocontroller (in einem elektronischen Gerät oder Haushaltsgerät), den NDEF-Speicher des Tags direkt zu aktualisieren, und macht den Tag so zu einer dynamischen Brücke zwischen Smartphone und eingebetteter Elektronik.
Siehe auch: I2C / SPI, Field-Detect-Pin, NDEF.
DUAL-MODE-KARTE
Eine Karte, die sowohl als Kontakt-Smartcard (über metallische Kontakte nach ISO/IEC 7816) als auch als kontaktlose Karte (über NFC bei 13,56 MHz) arbeiten kann.
DUALFREQUENZ-HYBRID-TAG
Ein einzelner Tag mit zwei getrennten Chips und Antennen, die auf unterschiedlichen Frequenzen arbeiten (z. B. 13,56 MHz NFC und 860–960 MHz UHF-RFID), für die Logistik mit mehreren Einsatzzwecken.
DYNAMISCHE SPERRBITS
Eine Gruppe zusätzlicher Speichersperranzeigen bei bestimmten Type-2- oder Type-5-Chips, mit denen Benutzer Speicherblöcke an hohen Adressen dauerhaft einfrieren können, unabhängig von den grundlegenden Sperrbits des Capability Containers.
DYNAMISCHER TAG
Ein kommerzieller Ausdruck für einen Tag, dessen Inhalt scheinbar aus der Ferne änderbar ist. Hier ist Klarsicht gefragt: Der Tag selbst ist immer statisch; erst die darin enthaltene Weiterleitung, die auf ein änderbares Ziel zeigt, erzeugt den dynamischen Effekt. Wenn Sie diesen Mechanismus verstehen, zahlen Sie nicht für ein Geheimnis.
DYNAMISCHES NDEF
Ein Mechanismus, bei dem der in einer NDEF-Nachricht zurückgelieferte Inhalt im Moment des Lesens von einem eingebetteten Mikrocontroller oder einer erweiterten Chipfunktion spontan berechnet wird, statt statisch im EEPROM-Speicher zu liegen. So sind dynamische Werte wie aktuelle Sensormesswerte oder frische kryptografische Token möglich.
EAS (ELEKTRONISCHE ARTIKELSICHERUNG)
Ein dediziertes 1-Bit-Statusflag in ICODE-Chips (insbesondere ICODE SLIX), das Handels- und Bibliothekssysteme nutzen, um an den Ausgängen Diebstahlalarme auszulösen, wenn Artikel bewegt werden, ohne ausgebucht zu sein.
EAS-SPERRE
Ein administratives Statusbit, das den Zustand des EAS-Flags einfriert und verhindert, dass nicht authentifizierte Lesegeräte den Diebstahlschutzstatus unbefugt ändern.
ECMA-340
Die Referenz, unter der die Gründungsnorm von NFC ebenfalls veröffentlicht wurde, Zwilling von ISO/IEC 18092. Wer ihr in der Dokumentation begegnet, sollte sich nicht irritieren lassen: Es ist derselbe Text unter zwei Bannern.
EEPROM
Die Speicherart, die in gängigen NFC-Chips verbaut ist: elektrisch wiederbeschreibbar und nichtflüchtig, das heißt, sie behält ihre Daten ohne jede Stromversorgung. Dadurch kann ein Tag seinen Inhalt jahrelang behalten, ohne Batterie und ohne Wartung.
EINGESCHRÄNKTER SEITENZUGRIFF
Eine Zugriffsregel, bei der das Lesen oder Ändern bestimmter Speicherseiten einen erfolgreichen PWD/PACK-Authentifizierungsaustausch voraussetzt, bevor die üblichen Lese- und Schreibbefehle gesendet werden.
ELEKTROMAGNETISCHE INDUKTION
Das physikalische Phänomen, bei dem ein sich änderndes Magnetfeld in einer Leiterschleife einen Strom hervorruft. Es versorgt die Tags mit Energie: Die Antenne des Tags, vom Feld des Smartphones durchsetzt, erzeugt den Strom, der den Chip weckt. Die gesamte batterielose Architektur von NFC beruht auf diesem Prinzip.
ELEKTROMAGNETISCHE VERTRÄGLICHKEIT (EMV)
Die Fähigkeit eines NFC-Geräts, in seiner Funkumgebung korrekt zu arbeiten, ohne unzulässige elektromagnetische Störungen zu verursachen oder zu erleiden.
EMV
Die Gesamtheit der Spezifikationen für das Bezahlen mit Karte, deren kontaktlose Seite auf der NFC-Schicht aufsetzt. Sie bestimmt die Kommunikation zwischen Ihrer Karte oder Ihrem Smartphone und dem Terminal, weit oberhalb des bloßen Funktransports.
ENERGY HARVESTING
Die Fähigkeit bestimmter Chips, einen Energieüberschuss aus dem Feld des Lesegeräts zu ziehen, um ein externes Bauteil zu versorgen, meist eine Leuchtdiode. Das ist das Prinzip hinter Tags, die beim Lesen blinken: eine elegante Kuriosität, die den streng passiven Charakter der Technologie veranschaulicht.
ENERGY HARVESTING IM FELD (NTAG 5)
Die Fähigkeit fortgeschrittener NTAG-Chips, das 13,56-MHz-Magnetfeld des Lesegeräts in geregelte Gleichspannung umzuwandeln (eine geregelte Versorgungsschiene von 1,8 bis 3,3 V mit bis zu mehreren Milliwatt), um externe Sensoren oder Mikrocontroller ohne Batterien zu speisen.
ESD-SCHUTZ (ELEKTROSTATISCHE ENTLADUNG)
Interne Schutzdioden in NFC-Chips, die statische Entladungen mit hoher Spannung, etwa durch menschliche Berührung, aufnehmen, ohne die internen Schaltkreise zu zerstören.
EV1-/EV2-/EV3-GENERATIONEN
Aufeinanderfolgende Architekturgenerationen der MIFARE-Chipfamilien von NXP, die den stetigen Zuwachs an moderner Verschlüsselung und Speichererweiterungen widerspiegeln. Ausführliche Seiten zu den Chips: MIFARE DESFire EV1, EV2 und EV3.
EXPRESS-MODUS
Eine iPhone-Funktion, die bestimmten Nahverkehrs- oder Zutrittskarten eine bevorzugte Behandlung gewährt: Validierung ohne Entsperren oder Authentifizierung und Weiterbetrieb für eine gewisse Zeit mit Reserveenergie, nachdem der Akku leer ist. Sie zeigt, wie tief NFC in die Hardware des Smartphones integriert ist, weit über das bloße Lesen von Tags hinaus.
EXTENDED-LENGTH-APDU
Eine Variante des Standard-APDU-Frames, die es erlaubt, Befehlsnutzdaten von mehr als 256 Byte (bis zu 65.535 Byte) in einem einzigen Austausch zu übertragen. Das beschleunigt Datenübertragungen bei Type-4-Smartcards mit hoher Kapazität wie Ausweisdokumenten oder Reisepässen.
FARADAY-HÜLLE
Eine mit Metall ausgekleidete leitfähige Tasche oder ein Geldbörsenfach, das 13,56-MHz-Funkwellen vollständig blockiert und kontaktlose Karten vor unerwünschtem Scannen oder Skimming schützt.
FAST READ SLIX
Ein optimierter Betriebsbefehl, der die Standard-Datenrate bei fortlaufendem Blocklesen verdoppelt und die Scanzeiten an schnellen Förderbändern oder Sortierstrecken drastisch verkürzt.
FAST_READ (NTAG-BEFEHL)
Eine optimierte NTAG-spezifische Anweisung, mit der ein Lesegerät große Blöcke aufeinanderfolgender Speicherseiten in einem einzigen Befehlszyklus abrufen kann und so die übliche Lesegrenze von 4 Seiten umgeht.
FELICA
Eine kontaktlose Kartentechnologie japanischen Ursprungs, die unter dem Namen NFC-F in die NFC-Welt integriert ist und NFC Forum Type 3 entspricht. Im ostasiatischen Verkehr und Zahlungsverkehr allgegenwärtig, bleibt sie in Europa randständig; Smartphones unterstützen sie zum Lesen weitgehend. Ausführliche Seiten zu den Chips: FeliCa Lite-S RC-S966 und FeliCa Lite RC-965.
FERNFELD
Der Bereich weit entfernt von einer Antenne, in dem sich Energie als abgestrahlte Wellen ausbreitet, das Revier von WLAN, Bluetooth und Radio. NFC kehrt ihm bewusst den Rücken, um im Nahfeld zu wohnen: Die Grenze zwischen beiden erklärt den gewaltigen Unterschied in der Reichweite, der diese Technologien trennt.
FERRITKERNANTENNE
Eine Antennenbauform, bei der die leitfähige Drahtschleife um einen kompakten Ferritzylinder gewickelt ist, statt flach auf einer ebenen Folie zu liegen. Sie erzeugt ein stark gerichtetes Magnetfeld und eignet sich für Mikro-Tags und spezialisierte Industriewerkzeuge.
FERRITSCHICHT
Eine Lage magnetischen Materials zwischen einem Tag und einer Metalloberfläche, die das Feld lenkt und die Kommunikation erhält. Sie macht Anti-Metall-Tags und NFC-Karten aus Metall erst möglich, da blankes Metall sonst jede Kommunikation erstickt.
FIELD-DETECT-PIN
Ein dedizierter Hardware-Ausgangspin an dynamischen NFC-Chips, der einem externen Host-Mikrocontroller signalisiert, sobald ein aktives 13,56-MHz-HF-Feld erkannt wird. So kann das Hostgerät in einem Energiesparzustand schlafen und im selben Moment aufwachen, in dem ein Nutzer sein Smartphone an die NFC-Antenne hält.
Siehe auch: Dual-Interface-Chip, elektromagnetische Induktion.
FIRMWARE-UPDATE ÜBER NFC
Das Verfahren, neue Betriebssoftware mithilfe schneller dynamischer NFC-Tag-Chips an einen eingebetteten Mikrocontroller in einem elektronischen Gerät zu übertragen.
FLIPPER ZERO
Ein kleines Multiprotokoll-Gerät für Funkbegeisterte, das unter anderem verschiedene kontaktlose Medien lesen und emulieren kann. Als legitimes Lernwerkzeug an der eigenen Ausrüstung unterliegt es demselben rechtlichen Rahmen wie jedes Werkzeug dieser Art: Es an fremden Systemen ohne Genehmigung einzusetzen ist illegal. Dieser Blog widmet ihm Anleitungen, stets mit diesem Hinweis.
FRAM-SPEICHER (ICODE)
Ferroelektrischer Speicher mit wahlfreiem Zugriff (FRAM), der in spezialisierten ICODE-Varianten verwendet wird und im Vergleich zu herkömmlichem EEPROM extrem schnelle Schreibgeschwindigkeiten und nahezu unbegrenzt viele Schreibzyklen bietet.
FRAME-WARTEZEIT (FWT)
Die in ISO-Protokollen festgelegte maximale Zeitspanne, die ein Lesegerät darauf wartet, dass eine Karte mit dem Senden ihrer Antwort beginnt, bevor es einen Timeout-Fehler meldet.
FREE MEMORY
Ein Systembefehl in DESFire, der die genaue Menge des verbleibenden, nicht zugewiesenen EEPROM-Speichers zurückgibt, der zum Anlegen neuer Anwendungen oder zum Erweitern bestehender Dateien zur Verfügung steht.
FREQUENZ (13,56 MHZ)
Die einzige Arbeitsfrequenz von NFC, identisch für jedes Gerät und jeden Tag auf der Welt und aus dem Hochfrequenzzweig von RFID übernommen. Diese Universalität ist einer der Schlüssel zur Interoperabilität der Technologie.
FSK (FREQUENZUMTASTUNG)
Ein digitales Modulationsverfahren, bei dem Datenbits durch feine Wechsel zwischen zwei unterschiedlichen Hilfsträgerfrequenzen dargestellt werden. Während Standard-NFC (ISO/IEC 14443 Type A/B) ASK und BPSK verwendet, begegnet man FSK gelegentlich bei spezialisierten älteren Vicinity-Tags oder hybriden industriellen RFID-Transpondern.
GEGENSEITIGE AUTHENTIFIZIERUNG
Ein Sicherheits-Handshake, bei dem sich Lesegerät und Karte vor dem Austausch sensibler Daten kryptografisch gegenseitig ihre Identität nachweisen. Er ist der Einstieg in die gesicherten Kanäle von MIFARE DESFire, ICODE DNA und NTAG 424 DNA.
GEHEIMSCHLÜSSELSPEICHER
Eine dedizierte, hardwareisolierte RAM/EEPROM-Zone in einem DESFire-Chip, geschützt durch Abschirmungen gegen Probing, in der AES- und 3DES-Schlüssel liegen, die für Lesezugriffe durch Software unzugänglich sind.
GLASTRANSPONDER (GLASAMPULLE)
Ein Miniatur-Tag, eingeschlossen in einem hermetisch verschlossenen Glasröhrchen, der historisch zur Tieridentifikation und bei starker chemischer Beanspruchung eingesetzt wurde.
HANDOVER (CONNECTION HANDOVER)
Eine Spezifikation des NFC Forum, die die Stabübergabe zwischen NFC und einer anderen Funktechnologie regelt: Beim NFC-Kontakt werden die Verbindungsparameter ausgetauscht, dann übernehmen Bluetooth oder WLAN. Sie ist der standardisierte Mechanismus hinter dem Koppeln per einfacher Berührung.
HARDWARE-EXCEPTION-SENSOREN
Miniatursensoren, die direkt auf dem Silizium-Wafer von DESFire-Chips eingebettet sind und physische Angriffsversuche erkennen, etwa Sondieren mit Licht, extreme Spannungsschwankungen oder unnatürliche Taktfrequenzen, und dabei sensiblen RAM sofort auf null setzen.
HCE (HOST CARD EMULATION)
Die softwarebasierte Variante der Kartenemulation, spezifisch für Android, bei der das System statt eines dedizierten sicheren Bausteins die Rolle der Karte übernimmt, ohne dass eine SIM-Karte oder ein eingebettetes Secure Element nötig ist.
HCI (HOST CONTROLLER INTERFACE)
Eine vom NFC Forum definierte logische Schnittstelle, die die Kommunikation zwischen einem NFC-Controller-Chip und der Hauptausführungsumgebung oder dem Secure Element eines Geräts standardisiert. Sie arbeitet in Smartphones im Hintergrund und koordiniert die Funktionen Lesegerät, Kartenemulation und Peer-to-Peer.
Siehe auch: Secure Element, Kartenemulation.
HERSTELLERSPEZIFISCHER BEFEHLSSATZ (NXP ICODE)
Eine Reihe proprietärer Befehle, die die Standardfunktionen nach ISO/IEC 15693 erweitern und auf ICODE-Chips schnelles Inventarlesen, eine angepasste Speicherverwaltung und erweiterte Sicherheitsflags ermöglichen.
HEXADEZIMAL
Die Schreibweise zur Basis sechzehn, die Ziffern und die Buchstaben A bis F mischt und dazu dient, die Binärdaten von Chips darzustellen: eindeutige Kennungen, Rohinhalte, technische Werte. Hexadezimalzahlen in einer Leseanwendung zu begegnen ist normal und birgt kein Geheimnis: Es ist eine Notation, kein Geheimcode.
HF (HOCHFREQUENZ)
Der Funkfrequenzbereich von 3 MHz bis 30 MHz. NFC arbeitet in diesem Band genau bei 13,56 MHz. HF-Technologien unterscheiden sich grundlegend von LF (Niederfrequenz, 125–134 kHz), das in älteren Badges verwendet wird, und von UHF (Ultrahochfrequenz, 860–960 MHz), das im RFID der Lieferketten mit großer Reichweite zum Einsatz kommt.
Siehe auch: Frequenz, RFID, Trägersignal.
HF-FELDSTÄRKE (H-FELD)
Die Stärke des Magnetfelds, das die Antenne eines Lesegeräts erzeugt, gemessen in Ampere pro Meter (A/m). Die ISO/IEC-Normen schreiben vor, dass ein Lesegerät in seinem gesamten Betriebsvolumen eine Mindestfeldstärke (typischerweise 1,5 A/m bis 7,5 A/m) liefern muss, um passive Tags zuverlässig zu aktivieren, ohne sie zu beschädigen.
HILFSTRÄGER
Eine Hilfsfrequenz (typischerweise 848 kHz), die der Tag aus dem Träger des Lesegeräts erzeugt und der er per Lastmodulation seine Antwort aufprägt. Als Detail der Funkarchitektur im Gebrauch unsichtbar, erklärt sie, wie die schwache Antwort des Tags vom starken Signal des Lesegeräts unterscheidbar bleibt.
Siehe auch: Träger, Lastmodulation.
HOCHDICHTE-INVENTARISIERUNG (HD INVENTORY)
Eine fortgeschrittene Antikollisionstechnik, die ICODE-Lesegeräte einsetzen, um systematisch Tausende dicht gepackter Vicinity-Labels (z. B. gestapelte Bücher oder Medikamentenflaschen) pro Minute zu isolieren und zu inventarisieren.
I2C / SPI (SCHNITTSTELLE)
Standardisierte drahtgebundene serielle Protokolle, die von eingebetteten Mikrocontrollern verwendet werden. Im NFC-Kontext nutzen dynamische Chips I2C oder SPI, damit Host-Hardware ohne Funkkommunikation direkt mit dem internen Speicher des NFC-Chips kommunizieren kann.
Siehe auch: Dual-Interface-Chip, Field-Detect-Pin.
I2C-HOST-BRÜCKE (NTAG 5)
Eine physische dynamische Schnittstelle in Chips der Serie NTAG 5, die die NFC-Verbindung eines Smartphones über einen drahtgebundenen I2C-Bus direkt mit einem externen Host-Mikrocontroller verbindet.
I2C-MASTER-ERWEITERUNG
Eine Funktion fortgeschrittener dynamischer Tags, mit der der Chip die Kommunikation über einen I2C-Bus selbst als Master einleiten kann, statt nur als passives Slave-Gerät zu agieren.
I2C-SLAVE-ADRESSE (NTAG)
Die konfigurierbare Busadresse, mit der sich ein dynamischer NTAG-Chip identifiziert, wenn er mit der Bordelektronik auf einer Leiterplatte kommuniziert.
ICODE
Eine Chipfamilie nach der Norm ISO/IEC 15693, also aus der NFC-V-Welt und zu Type 5 gehörig, verbreitet bei industriellen Kennzeichnungen, in Bibliotheken und in der Logistik. Smartphones können sie lesen, doch ihre natürliche Heimat bleiben professionelle Prozessketten. Alle Seiten zu den Chips dieser Familie sind in der Wissensdatenbank zu NFC-Chips aufgeführt.
ICODE DNA
Der hochsichere Spitzenchip der ICODE-Produktlinie mit kryptografischer AES-128-Authentifizierung, dynamischen kryptografischen URLs und besonders robustem Speicher zum Schutz vor Fälschungen. Siehe die vollständige Seite zum Chip ICODE DNA.
ICODE SLI / SLIX / SLIX2
Die Grundgenerationen der Vicinity-Speicher-Tags von NXP nach ISO/IEC 15693 (Type 5), mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten (von 1024 bis 2560 Bit), verlängertem Datenerhalt und erweiterten Datenschutzmodi. Ausführliche Seiten zu den Chips: ICODE SLI, ICODE SLIX und ICODE SLIX2.
INDUKTIVE KOPPLUNG
Der physikalische Kernmechanismus der Kopplung bei NFC, bei dem eine primäre Spule im Lesegerät und eine sekundäre Spule im Tag einen Lufttransformator bilden und Energie und Daten über kurze Distanzen durch ein gemeinsames Magnetfeld übertragen.
INITIALISIERUNGSVEKTOR (IV)
Eine zufällige oder pseudozufällige Binärfolge, die zusammen mit geheimen AES-Schlüsseln in verschlüsselten Tags (etwa NTAG 424 DNA oder MIFARE DESFire) verwendet wird, damit zwei identische Vorgänge nie dieselbe verschlüsselte Ausgabe liefern.
INLAY
Die Baugruppe aus Chip und Antenne, montiert auf einer Trägerfolie, vor der Integration in das Endprodukt, ob Aufkleber, Karte oder Objekt. Es ist das Bauteil, das Hersteller in Medien einsetzen; seine Qualität bestimmt die Zuverlässigkeit des fertigen Tags.
INTELLIGENTES FELDMANAGEMENT
Eine Energiesparfunktion moderner Smartphones, bei der der NFC-Controller fortlaufend winzige Sondierungsimpulse an HF-Energie aussendet, um die Anwesenheit eines Tags zu prüfen, und erst dann auf volle Leistung hochfährt, wenn eine passive Antenne ins Feld gelangt.
INTEROPERABILITÄT
Die Fähigkeit von Tags und Lesegeräten aller Hersteller, zusammenzuarbeiten, gewährleistet durch die Einhaltung der ISO-Normen und der NFC-Forum-Spezifikationen. Sie macht das Gründungsversprechen von NFC möglich: jeder konforme Tag, gelesen von jedem Smartphone.
INVENTORY-BEFEHL (ISO 15693)
Die zentrale Antikollisionsanfrage, die ein Lesegerät sendet, um alle ICODE-Tags in Reichweite abzufragen und nacheinander ihre 64-Bit-UIDs abzurufen.
INVENTORY-READ-BEFEHL
Ein hybrider ICODE-Befehl, der Inventarisierung per Antikollision mit dem Datenlesen kombiniert und es einem Lesegerät erlaubt, Identifikationsnummern und Speicherinhalte gleichzeitig in einem einzigen Arbeitsschritt abzurufen. Eine Variante namens Fast Inventory Read führt denselben Vorgang mit doppelter Datenrate aus.
ISM-BAND
Ein Teil des Funkspektrums, der für industrielle, wissenschaftliche und medizinische Zwecke reserviert ist und im Rahmen der Aussenderegeln ohne Lizenz genutzt werden kann. Die Frequenz von NFC liegt darin: Dieser Status ermöglicht es Milliarden von Geräten, überall auf der Welt legal miteinander zu kommunizieren.
ISO-DEP
Das Transportprotokoll, das im vierten Teil der Norm ISO/IEC 14443 definiert ist und über das fortgeschrittene Karten, insbesondere Bankkarten, und Type-4-Tags kommunizieren. Sein Name erscheint in den technischen Angaben fortgeschrittener Lesevorgänge; er signalisiert einen Chip, der die Sprache der Smartcards spricht statt die einfacher Speicher-Tags.
ISO/IEC 7816
Die Normenfamilie der Smartcards, ursprünglich der kontaktbehafteten Karten, aus der NFC wesentliche Bausteine übernimmt, allen voran den APDU-Dialog. Sie verbindet die kontaktlose Welt mit Jahrzehnten an Entwicklungsarbeit hinter Bank- und Ausweiskarten.
ISO/IEC 14443
Die Norm für kontaktlose Proximity-Karten, die wichtigste technische Grundlage von NFC, in zwei Kommunikationsvarianten unterteilt, Type A und Type B. Die große Mehrheit der Verbraucher-Tags fällt darunter, und zwar auf der Type-A-Seite.
ISO/IEC 14443-1 (PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN)
Der Teil der Proximity-Norm, der physikalische Abmessungen, thermische Grenzen, Oberflächendruck und mechanische Biegetoleranzen festlegt.
ISO/IEC 14443-2 (HF-LEISTUNG UND SIGNALSCHNITTSTELLE)
Der Normabschnitt, der Trägerfrequenz, Leistungspegel, Modulationstiefen und Bitkodierungsformate für die Type-A- und Type-B-Kommunikation regelt.
ISO/IEC 14443-3 (INITIALISIERUNG UND ANTIKOLLISION)
Der Normabschnitt, der die genauen Befehlsfolgen, Frame-Strukturen und bitgenauen Antikollisionsregeln beschreibt, die zur Auswahl einzelner Karten erforderlich sind.
ISO/IEC 14443-4 (ÜBERTRAGUNGSPROTOKOLL)
Der Normabschnitt, der Halbduplex-Blockübertragungsprotokolle auf höherer Ebene, Framing-Optionen und Fehlerbehandlungsalgorithmen festlegt.
ISO/IEC 15693
Der Standard für sogenannte kontaktlose Vicinity-Etiketten mit etwas größerer Reichweite, die unter der Bezeichnung NFC-V in das NFC-Universum eingebunden sind und NFC Forum Type 5 entsprechen. Man begegnet ihm in der Industrie, in der Logistik und bei bestimmten Spezialetiketten.
ISO/IEC 18092
Der Gründungsstandard von NFC im eigentlichen Sinn, der die Nahfeldkommunikation zwischen Geräten definierte, indem er bereits bestehende Technologien vereinheitlichte. Er ist die normative Geburtsurkunde der Technologie.
ISO/IEC 21481 (NFCIP-2)
Ein übergeordneter Standard, der den Mechanismus zur Auswahl des Kommunikationsmodus bei NFC-Geräten festlegt. Er wirkt wie ein Verkehrsleiter: Eine aktive NFC-Schnittstelle kann damit automatisch erkennen, ob sie in den Modus ISO/IEC 14443 (Proximity), ISO/IEC 15693 (Vicinity) oder ISO/IEC 18092 (Peer-to-Peer) wechseln muss, ohne benachbarte Systeme zu stören.
KARTENEMULATION
Eine der Betriebsarten von NFC, in der sich ein Gerät gegenüber einem Terminal als kontaktlose Karte ausgibt: So bezahlt ein Smartphone anstelle einer Bankkarte. Unter Android steht eine softwarebasierte Form dieses Modus Apps offen; auf dem iPhone bleibt die Emulation im Wesentlichen Systemdiensten vorbehalten.
KARTENKENNUNG (CID)
Eine dynamische Adresse, die ein Lesegerät während einer aktiven Kommunikation mit mehreren Tags oder Karten vergibt. Damit kann es mehrere logische Kanäle zu mehreren kontaktlosen Karten gleichzeitig aufrechterhalten.
KLARTEXTÜBERTRAGUNG
Die Übertragung unverschlüsselter Daten im Klartext über die Funkstrecke, die jedes Gerät in Abhörreichweite lesen kann.
KLONEN
Die Vervielfältigung eines NFC-Mediums. Bei Standard-Tags lässt sich nur der Inhalt kopieren: Die eindeutige Kennung des Chips, die ab Werk fest eingeschrieben ist, kann nicht reproduziert werden, was Systeme schützt, die auf dieser Identität beruhen. Das rechtlich Selbstverständliche sei hier ausdrücklich gesagt: Die eigenen Tags zu duplizieren ist normale Nutzung; fremde Medien, Badges oder Dienstkarten zu vervielfältigen ist illegal.
KODIERUNG
Der etablierte Begriff für das Schreiben von Inhalten auf einen Tag: Einen Tag zu kodieren heißt, ihm seine Datensätze einzubrennen. Die Kodierung ersetzt den bisherigen Inhalt vollständig und kann beliebig oft erfolgen, solange der Tag nicht gesperrt ist.
KONFIGURATIONSSEITEN (NTAG)
Spezielle Speicherseiten am Ende des EEPROM-Adressraums eines NTAG, die Systemeinstellungen, Passwort-Hashes, Spiegelungszeiger und Zugriffsregeln enthalten.
KONFORMITÄT MIT TYPE 2 TAG
Der grundlegende Standard des NFC Forum für die Reihen NTAG21x und NTAG I2C, der 4-Byte-Seitenstrukturen, Antikollisionsregeln und grundlegende Befehlssätze vorgibt.
KONTAKTLOS
Das allgemeine Attribut für Technologien, die durch bloßes Annähern funktionieren, ohne Einstecken oder Anschließen, und deren heute alltäglichster Vertreter NFC ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch umfasst der Begriff auch das Bezahlen mit Karte oder Smartphone.
KONTAKTLOSES BEZAHLEN
Die verbreitetste Anwendung von NFC, bei der eine Karte oder ein Smartphone im Emulationsmodus unter dem Schutz spezieller Bankbausteine und -protokolle mit einem Terminal kommuniziert. Allein ihr Vorhandensein auf einem Smartphone belegt, dass es NFC besitzt.
KOPPLUNG
Der Grad der magnetischen Verkopplung zwischen der Antenne des Lesegeräts und der des Tags, von dem die übertragene Energiemenge unmittelbar abhängt. Er wächst mit Nähe, Ausrichtung und der Abstimmung der beiden Antennen: Die richtige Handhabung, den Tag plan an die Lesezone zu halten, ist nichts anderes als die Suche nach der besten Kopplung.
KRYPTOGRAFISCHE NONCE
Eine nur einmal verwendete Zufallszahl, die während einer Authentifizierungssitzung erzeugt wird, damit jede kryptografische Antwort einzigartig und gegen Replay-Angriffe gefeit ist.
KURZBEFEHLE (APPLE)
Die in das iPhone integrierte Automatisierungs-App, deren persönliche Automationen durch das Lesen eines NFC-Tags ausgelöst werden können, der anhand seines Chips identifiziert wird, ohne dass sein Inhalt nötig wäre. Sie macht den Tag zu einem physischen Knopf, der Aktionsfolgen steuert, während die Intelligenz im Smartphone sitzt.
Siehe auch: UID, Scan-Sitzung.
LANDINGPAGE
Die Online-Seite, auf die der in einem Tag gespeicherte Link verweist: Profil, Speisekarte, Willkommensleitfaden, Produktblatt. In der modernen NFC-Architektur trägt sie die Fülle und Aktualität der Inhalte, während der Tag lediglich der Weg dorthin ist.
LASTMODULATION
Das Verfahren, mit dem ein Tag, der keinen eigenen Sender besitzt, dem Lesegerät antwortet: Indem er dem Feld in einem kodierten Rhythmus mehr oder weniger Energie entzieht, prägt er ihm Schwankungen auf, die das Lesegerät dekodiert. Das klassische Bild ist das eines Spiegels, der das Licht einer Lampe als Antwort flackern lässt.
LESEGERÄT
Jedes aktive Gerät, das das Magnetfeld erzeugt und den Dialog mit den Tags führt: Smartphone, Zahlungsterminal, Kiosk, Industrie-Lesegerät. Im Paar aus Lesegerät und Tag liefert es die Energie und ergreift die Initiative; der Tag antwortet nur.
Siehe auch: passiv.
LESEZÄHLER
Ein interner Zähler, den bestimmte Chips bieten und der bei jedem Lesen des Tags hochzählt. In Kombination mit der Spiegelung erlaubt er, die Anzahl der Lesevorgänge im kodierten Link abzubilden, die Grundlage für das Zählen von Besuchen ohne zusätzliche Elektronik. Bei NTAG21x-Chips ist dieser Zähler 24 Bit breit.
Siehe auch: Spiegelung, NTAG.
LESEZONE
Die genaue Stelle am Smartphone, an der die NFC-Antenne sitzt: der obere Rand beim iPhone, die Rückseite und obere Hälfte bei den meisten Android-Smartphones. Sie zu kennen, verändert das Erlebnis: Fast alle mühsamen Lesevorgänge sind nur verpasste Rendezvous zwischen zwei Antennen.
Siehe auch: Antenne, Kopplung, Reichweite.
LINEARE DATENSATZDATEI
Eine DESFire-Dateistruktur aus Datensätzen fester Größe, die nacheinander angehängt werden. Sie eignet sich zum Speichern strukturierter Listendaten wie digitaler Gutscheine oder Ticketprotokolle.
LLCP (LOGICAL LINK CONTROL PROTOCOL)
Eine Protokollschicht des NFC Forum, die die Kommunikationskanäle zwischen zwei aktiven Geräten im Peer-to-Peer-Modus verwaltet. LLCP liegt oberhalb der physikalischen Schicht und ermöglicht gemultiplexte, zuverlässige oder verbindungslose Datenübertragungen zwischen Apps auf verschiedenen Smartphones.
LOGISCHER KANAL
Ein virtueller Kommunikationsweg über eine einzige physische Verbindung, der es einem Lesegerät erlaubt, gleichzeitig mit verschiedenen Smartcard-Anwendungen zu interagieren.
LUFTSCHNITTSTELLE
Das physikalische Medium (genauer das magnetische Wechselfeld bei 13,56 MHz) und die zugehörigen Modulationsregeln, die die drahtlose Übertragung zwischen Lesegerät und Tag bestimmen.
MAC (MESSAGE AUTHENTICATION CODE)
Eine kurze kryptografische Prüfsumme, die dynamischen Tag-URLs oder Datenframes beigefügt wird und belegt, dass der Inhalt von einem echten Chip mit dem richtigen geheimen Schlüssel erzeugt und auf dem Übertragungsweg nicht verändert wurde.
MAGIC CARD (BESCHREIBBARE UID)
Ein Spitzname für Spezialchips, deren eindeutige Kennung, die normalerweise für immer eingraviert ist, überschrieben werden kann. Sie sind für Tests und Sicherheitsforschung gedacht, dienen aber auch dazu, auf der Kennung beruhende Kontrollen zu umgehen, was rechtswidrig ist, sobald fremde Systeme betroffen sind; seriöse Systeme können sie zudem erkennen.
MANCHESTER- UND MILLER-KODIERUNG
Die digitalen Leitungskodierungsverfahren, mit denen Datenbits vor der HF-Modulation formatiert werden. ISO/IEC 14443 Type A verwendet für die Downlink-Kommunikation (Lesegerät zum Tag) die modifizierte Miller-Kodierung und für die Uplink-Kommunikation (Tag zum Lesegerät) die Manchester-Kodierung.
Siehe auch: ISO/IEC 14443, Amplitudenmodulation, Lastmodulation.
MANIPULATIONSNACHWEIS-SCHLEIFE (ICODE)
Ein physischer Sensorschaltkreis in fortgeschrittenen ICODE-Etiketten, der ein internes digitales Flag dauerhaft setzt, wenn die Antenne oder das Trägermaterial des Etiketts durchtrennt, zerrissen oder abgezogen wird.
MEHRFACHE ZUGRIFFSRECHTE FÜR DATEIEN
Eine Berechtigungsmatrix in DESFire EV2/EV3, die bis zu 8 verschiedene Zugriffsschlüssel bestimmten Aktionen (Read, Write, Read&Write, ChangeAccessRights) einer einzelnen Datei zuordnet.
MF3ICD40
Die Typenbezeichnung des ursprünglichen MIFARE-DESFire-Chips der ersten Generation, der 2002 eingeführt wurde und ausschließlich auf 3DES-Verschlüsselung setzte, bevor ihn EV1 ablöste. Siehe die vollständige Seite zum Chip MIFARE DESFire EV1, seinem direkten Nachfolger.
MIFARE
Eine sehr weit verbreitete kommerzielle Familie kontaktloser Chips, deren Mitglieder sich unterschiedlich gut in NFC einfügen: Reihen, die dem NFC Forum entsprechen, existieren neben historischen Modellen wie dem MIFARE Classic, dessen proprietäres Protokoll nicht von allen Smartphones gleichermaßen unterstützt wird. Daraus folgt eine Kaufregel: Für die Consumer-Nutzung von NFC sollte man die NFC-Forum-Konformität des Chips prüfen. Siehe die vollständige Seite zum Chip MIFARE Classic; alle Chipseiten der Familie sind in der Wissensdatenbank zu NFC-Chips aufgeführt.
MIFARE DESFIRE
Der sichere Zweig der MIFARE-Familie, ausgestattet mit integrierter Kryptografie und einer anwendungsbasierten Organisation, der das Ticketing im öffentlichen Verkehr und anspruchsvolle Zugangskontrollen beherrscht. Er gehört zu NFC Forum Type 4 und spielt in einer anderen Liga als der Inhalts-Tag. Ausführliche Chipseiten: MIFARE DESFire EV1, EV2, EV3 und DESFire Light.
MIFARE ULTRALIGHT
Die historische Referenz des abgespeckten Chips ohne Kryptografie, direkter Vorfahre der NTAG-Reihe, mit der er die Zugehörigkeit zu Type 2 teilt. Man begegnet ihm beim kurzlebigen Ticketing und bei Einwegnutzungen. Ausführliche Chipseiten: MIFARE Ultralight, Ultralight C und Ultralight EV1.
MIKROANTENNE
Eine außergewöhnlich kleine Antennenschleife (unter 10 mm Durchmesser) für ultrakompakte Geräte wie Smart Rings oder medizinische Implantate.
MIME-DATENSATZ
Ein NDEF-Datensatztyp, der durch seinen MIME-Typ qualifizierte Daten trägt, nach Art eines Anhangs: eine kleine Grafik, Anwendungsdaten. Auf Consumer-Tags wird er selten verwendet, da sich der verfügbare Speicher kaum dafür eignet; er dient vor allem dem Austausch zwischen Anwendungen.
MOBILE ZAHLUNGSANNAHME (TAP TO PHONE)
Eine Familie von Lösungen, die ein gewöhnliches Smartphone in ein Zahlungsterminal verwandeln, wobei die Karte des Kunden direkt an das Smartphone des Händlers gehalten wird. Sie zeigt, dass NFC in Smartphones in beide Richtungen funktioniert und sowohl die Karte als auch das Terminal spielen kann, und senkt für kleine Unternehmen die Einstiegskosten in die Kartenakzeptanz.
NAHFELD
Der Bereich unmittelbar um eine Antenne, in dem ein Magnetfeld dominiert, das sich nicht in die Ferne ausbreitet und dessen Stärke mit der Entfernung stark abnimmt. NFC, wörtlich Nahfeldkommunikation, ist bewusst innerhalb dieses Bereichs angesiedelt: Daraus ergeben sich die Reichweite von wenigen Zentimetern und die auf Nähe beruhende Sicherheit.
NATIVE DESFIRE-BEFEHLE
Der proprietäre Befehlssatz der NXP-DESFire-Chips (z. B. Select Application, AuthenticateAES, ReadData), der direkt oder verpackt in Standard-APDUs nach ISO/IEC 7816-4 übertragen werden kann.
NDEF (NFC DATA EXCHANGE FORMAT)
Das vom NFC Forum standardisierte Austauschformat, die gemeinsame Sprache aller Tag-Inhalte: eine NDEF-Nachricht aus typisierten Datensätzen, die jedes Smartphone zu interpretieren weiß. Es ist der Schlüssel dazu, dass Tags zwischen Android und iPhone universell funktionieren.
NDEF-FORMATIERUNG
Die Vorbereitung des Chipspeichers, damit er NDEF-Datensätze aufnehmen kann, indem die Strukturen hineingeschrieben werden, die Smartphones dort erwarten. Consumer-Tags werden gebrauchsfertig geliefert; die Formatierung betrifft in der Praxis nur bestimmte Rohchips oder Chips, die aus anderen Anwendungen übernommen wurden.
NDEF-NACHRICHT MIT MEHREREN DATENSÄTZEN
Eine NDEF-Nachricht, die zwei oder mehr getrennte Datensätze in einem einzigen Container bündelt, sodass ein einziger Scan mehrere sich ergänzende Aktionen auslösen kann (etwa einen Kontakt hinzufügen und gleichzeitig eine Website öffnen).
NFC (NEAR FIELD COMMUNICATION)
Eine drahtlose Kommunikationstechnologie im Nahfeld, bei 13,56 Megahertz über wenige Zentimeter, zwischen einem aktiven Gerät und einem passiven Tag oder zwischen zwei Geräten. Als Nachfolgerin des Hochfrequenz-RFID wurde sie für die breite Nutzung standardisiert, vom intelligenten Tag bis zum mobilen Bezahlen.
NFC FORUM
Die internationale Organisation, die die Akteure der Technologie zusammenbringt und die Spezifikationen herausgibt, welche die Interoperabilität sicherstellen: das NDEF-Format, die Tag-Typen, die Geräteanforderungen. Der Vermerk der NFC-Forum-Konformität bei einem Chip verbürgt seine uneingeschränkte Zugehörigkeit zum Ökosystem.
NFC TOOLS
Die Referenz-App zum Lesen, Beschreiben und Verwalten von Tags, veröffentlicht von Wakdev und verfügbar für Android und iPhone. Ihre beiden Versionen teilen das Wesentliche: detailliertes Lesen, Schreiben gängiger Datensätze, Löschen, Sperren, Kopieren. Bei den erweiterten Funktionen unterscheiden sie sich, da die Regeln von Apple den Zugriff auf den Chip unter iOS strenger begrenzen.
NFC-A, NFC-B, NFC-F, NFC-V
Die Bezeichnungen der vier Technologiefamilien, die NFC-Geräte beherrschen und die auf den zugrunde liegenden Standards beruhen: NFC-A und NFC-B für die beiden Varianten von ISO/IEC 14443, NFC-F für die FeliCa-Technologie, NFC-V für ISO/IEC 15693. Das Datenblatt eines Tags gibt an, zu welcher Familie er gehört.
NFC-ABSCHIRMUNG (SKIMMING-SCHUTZ)
Eine Schutzhülle, ein Geldbörsenfutter oder eine Karte mit einer dünnen durchgehenden Metallschicht oder einer aktiven Störschaltung. Indem sie magnetische Felder bei 13,56 MHz reflektiert oder absorbiert, verhindert sie, dass unerwünschte Lesegeräte passive Karten mit Energie versorgen und unbefugt auslesen oder Skimming betreiben.
Siehe auch: Anti-Metall-Tag, Abhören.
NFC-DEP (NFC DATA EXCHANGE PROTOCOL)
Das Transportprotokoll in ISO/IEC 18092 für Peer-to-Peer-Kommunikation. Es legt das Rahmenformat und die Handshake-Verfahren fest, die zwei aktive NFC-Geräte benötigen, um Übertragungsparameter auszuhandeln und Rohdatenblöcke direkt auszutauschen.
Siehe auch: ISO/IEC 18092, P2P, LLCP.
NFC-FORUM-TAG-TYPEN (TYPE 1 BIS TYPE 5)
Die Klassifizierung, mit der das NFC Forum konforme Tags nach ihren zugrunde liegenden Technologien und ihrer Art, NDEF zu verwalten, in fünf Typen einteilt. Type 2, die Heimat der gängigen Consumer-Chips, dominiert den Alltag; Type 5 deckt die Vicinity-Etiketten ab, Type 3 die FeliCa-Welt.
NFC-FORUM-ZERTIFIZIERUNG
Das Programm, mit dem das NFC Forum nach standardisierten Testkampagnen die Konformität von Geräten und Bauteilen mit seinen Spezifikationen bescheinigt. Für Käufer ist die Zertifizierung eine Garantie echter Interoperabilität, jenseits der Versprechen auf Produktdatenblättern.
NFC-PAIRING
Der Einsatz von NFC als Vermittler zwischen zwei Bluetooth-Geräten: Die NFC-Berührung überträgt die Verbindungsinformationen, danach übernimmt Bluetooth den Datenaustausch über die längere Strecke. Das ist das Prinzip der Lautsprecher, die man verbindet, indem man sie mit einem Smartphone berührt.
NTAG
Die Chipfamilie, die zum De-facto-Standard des Consumer-Tags geworden ist, konform zu den Spezifikationen des NFC Forum und in Ausführungen erhältlich, die sich im Wesentlichen nur in ihrem nutzbaren Speicher unterscheiden: von etwa hundertvierundvierzig Byte in der Einstiegsklasse bis zu fast neunhundert an der Spitze. Alle Chipseiten der Familie sind in der Wissensdatenbank zu NFC-Chips aufgeführt.
NTAG 5 BOOST / LINK / SWITCH
Eine modulare Serie von Chips nach NFC Forum Type 5 / ISO 15693 in Industriequalität, ausgelegt für Sensordatenerfassung, Energy Harvesting und direkte Schnittstellen zur elektronischen Steuerung.
NTAG 213 TT (TAMPER TAPE)
Eine Spezialvariante des Chips NTAG213 mit einer zusätzlichen physischen Sensorschleife, die die lesbare NDEF-Payload dauerhaft verändert, wenn das Siegel oder Etikett durchtrennt wird. Siehe die vollständige Seite zum Chip NTAG213 TT.
NTAG 223 / 224 DNA
Fortgeschrittene Generationen sicherheitsorientierter NTAG-Chips, die kryptografisch signierte NDEF-Nachrichten, dynamische Authentifizierung und verschlüsselte Datenkanäle für den Markenschutz bieten.
NTAG 424 DNA / 424 DNA TT
Der Goldstandard für sichere Consumer-Tags, mit AES-128-Kryptografie, Secure Unique NDEF Messaging (SUN) und optionalen physischen Schleifen zur Manipulationserkennung. Bei jedem Tap erzeugt er eine eindeutige, überprüfbare kryptografische URL und schützt so vor Klonen und URL-Sniffing, ohne dass eine eigene App nötig ist. Siehe die vollständige Seite zum Chip NTAG424 DNA.
NTAG I2C PLUS
Eine Familie dynamischer Brückenchips, die den drahtlosen Standard-Tag-Zugriff nach NFC Forum Type 2 mit einer schnellen kabelgebundenen I2C-Schnittstelle verbindet und Speicherzugriff ohne Stromversorgung sowie SRAM-Pass-through bietet.
NULL-DATENSATZ
Ein leerer NDEF-Datensatz ohne Typ und Payload, der vor allem als Platzhalter im Speicher, als Endmarkierung oder zum Leeren von Speicherbereichen während der Bearbeitung dient, ohne die Gesamtstruktur des Speichers zu verändern.
NUR LESBAR
Der Zustand eines Tags, dessen Beschreiben durch Sperren dauerhaft untersagt wurde: Sein Inhalt kann für immer frei gelesen, aber nie wieder geändert werden. Es ist der Referenzschutz für Tags, die der Öffentlichkeit ausgesetzt sind.
Siehe auch: Sperren, Sperrbits.
NUTZBARE SPEICHERKAPAZITÄT
Die Anzahl der Byte, die tatsächlich für die Daten des Nutzers zur Verfügung stehen, geringer als der Rohspeicher des Chips, von dem ein Teil für den internen Betrieb reserviert ist. Sie ist der einzige Wert, der bei der Dimensionierung eines Projekts zählt; bei Consumer-Chips wird sie in Hunderten von Byte angegeben. Ein NTAG213 hat beispielsweise 180 Byte Rohspeicher, aber nur 144 nutzbare; die Differenz entfällt auf Capability Container, Sperrbits und Systemregister.
OFF-FIELD-SRAM-PASS-THROUGH
Ein Betriebsmodus bei dynamischen NTAG-Chips, in dem ein interner 64-Byte-SRAM-Puffer als schnelle Datenleitung zwischen einem NFC-Smartphone und einem Host-Gerät dient und die langsameren EEPROM-Schreibvorgänge umgeht.
ON-CHIP-SENSOR
Ein Miniatursensor (etwa für Temperatur oder Feuchtigkeit), der direkt auf dem Siliziumwafer eines NFC-Chips gefertigt wird und eine passive Umgebungsprotokollierung ermöglicht, die allein durch eine Berührung mit dem Smartphone mit Energie versorgt wird.
OOB-PAIRING (OUT-OF-BAND)
Ein Sicherheits- und Einrichtungsmuster, bei dem sensible Konfigurations- oder Authentifizierungsdaten (etwa Bluetooth-PINs oder WLAN-Zugangsdaten) über einen separaten physischen Kanal außerhalb der Hauptverbindung (nämlich eine NFC-Berührung) ausgetauscht werden, bevor die eigentliche Hochgeschwindigkeitsverbindung aufgebaut wird.
Siehe auch: Handover, NFC-Pairing, Bluetooth.
ORIGINALITÄTSSIGNATUR
Eine kryptografische Signatur, die im Werk in bestimmte Chips geschrieben wird und die Überprüfung erlaubt, dass sie tatsächlich aus der Produktion des angegebenen Herstellers stammen. Als Mittel gegen gefälschte Chips authentifiziert sie das Bauteil, nicht das Produkt, das es trägt. Bei NXP-Chips (NTAG, ICODE) hat sie die Form einer ECC-Signatur, die in einem schreibgeschützten Speicher eingebrannt ist.
ORTUNGS-TRACKER
Ein kleines aktives, batteriebetriebenes Gerät, das seine Position meldet, indem es sich auf die Netze fremder Geräte stützt. Nicht zu verwechseln mit einem NFC-Tag, der nichts ortet: Beide Objekte ergänzen sich tatsächlich am selben Gepäckstück, denn der Tracker sagt, wo sich der Gegenstand befindet, und der Tag erlaubt es dem Finder, den Besitzer zu kontaktieren.
OTP (ONE TIME PROGRAMMABLE)
Das Attribut von Speicherbereichen, die nur ein einziges Mal programmierbar sind: Ihr Zustand ändert sich, einmal gesetzt, nie wieder zurück. Sperrbits sind das Paradebeispiel; diese physikalische Eigenschaft macht den Wechsel zu „nur lesbar“ unumkehrbar.
OTP-SPEICHERBEREICH (ICODE)
Eine ausgewiesene OTP-Speicherzone (One-Time Programmable) in ICODE-Chips, in der einzelne Bits von 0 auf 1 gesetzt, aber nie zurückgesetzt werden können; nützlich für dauerhafte Serialisierung oder Chargenerfassung.
PACK (PASSWORD ACKNOWLEDGEMENT)
Ein 2-Byte-Code, den ein NTAG-Chip nach Erhalt des korrekten Passworts an das Lesegerät zurückgibt und der die erfolgreiche Authentifizierung bestätigt, bevor der Zugriff auf geschützte Seiten gewährt wird.
PARITÄTSBIT
Ein zusätzliches Bit, das bei der Übertragung an eine binäre Datenfolge angehängt wird, damit die Gesamtzahl der gesetzten Bits stets gerade oder ungerade ist; es bietet eine schnelle Fehlerprüfung auf unterster Ebene für einzelne Byte.
PASS-THROUGH OHNE STROMVERSORGUNG
Ein Funktionsmodus bei dynamischen NTAG-Chips, in dem die von einem scannenden Smartphone gewonnene Energie während der Datenübertragung sowohl die NFC-Schnittstelle als auch den angeschlossenen Mikrocontroller vollständig versorgt.
PASSIV
Bezeichnung für einen Tag, dem jede eigene Energiequelle fehlt: Im Ruhezustand elektrisch tot, lebt er nur für die Dauer eines Lesevorgangs, versorgt vom Feld des Lesegeräts. Aus dieser Passivität ergeben sich die Langlebigkeit, die geringe Dicke und der bescheidene Preis von Tags sowie ihre geringe Reichweite.
PASSIVE SENSORSCHNITTSTELLE (ICODE)
Eine integrierte Hardware-Brücke in spezialisierten ICODE-Chips, die den direkten Anschluss externer passiver Sensoren (z. B. zur Temperaturüberwachung in der Kühlkette) erlaubt, die vollständig vom Magnetfeld des Lesegeräts versorgt werden.
PASSWORTGESCHÜTZTES EAS
Eine Sicherheitsfunktion, die ein geheimes 32-Bit-Passwort verlangt, um das EAS-Alarmflag zu aktivieren oder zu deaktivieren, und so verhindert, dass Ladendiebe den Diebstahlschutz mit tragbaren NFC-Geräten abschalten.
PASSWORTSCHUTZ
Ein Schreibschutz, den gängige Chips bieten und bei dem jede Änderung ein im Chip selbst gespeichertes Passwort erfordert. Für den, der den Schlüssel besitzt, ist er umkehrbar, für den, der ihn verliert, wird er endgültig; seine Umsetzung gehört zu den erweiterten Funktionen, bei denen das Android-Ökosystem weiterhin am besten aufgestellt ist.
PAYLOAD
Der eigentliche Inhalt eines NDEF-Datensatzes, abzüglich seiner Verpackungsstruktur: die Adresse des Links, der Text der Nachricht, die Felder der Kontaktkarte. Die von Schreib-Apps angezeigte Größe entspricht der Payload zuzüglich dieser Struktur.
PCD (PROXIMITY COUPLING DEVICE)
Die in den Normen ISO/IEC 14443 definierte technische Bezeichnung für das Lesegerät (etwa ein Smartphone oder Zahlungsterminal), das das Funkfeld erzeugt und mit Proximity-Karten kommuniziert.
PEER-TO-PEER (P2P)
Der historische Modus des direkten Austauschs zwischen zwei Geräten bei NFC, der eine Zeit lang zum Teilen von Inhalten zwischen Smartphones populär war und dann von der breiten Nutzung zugunsten anderer Technologien aufgegeben wurde. Er lebt eher im Standard fort als in der Praxis.
PICC (PROXIMITY INTEGRATED CIRCUIT CARD)
Die in den Normen ISO/IEC 14443 definierte technische Bezeichnung für die kontaktlose Karte, den Tag oder das Zielgerät, das mit einem PCD-Lesegerät kommuniziert.
PICC-MASTERSCHLÜSSEL (PMK)
Der oberste Wurzelschlüssel, der den gesamten DESFire-Chip steuert; er ist erforderlich, um globale Kartenoperationen auszuführen, etwa die Kartenkonfiguration zu ändern, den Speicher zu formatieren oder alle Anwendungen zu löschen.
PRIVACY-MODUS (ICODE)
Ein Schutzzustand, in dem der ICODE-Chip seine wahre 64-Bit-UID verbirgt und alle Standard-Lesezugriffe auf den Speicher blockiert, bis das Lesegerät ein gültiges 32-Bit-Privacy-Passwort übermittelt.
PROTOCOL PARAMETER SELECTION (PPS)
Ein Befehl zur Protokollaushandlung in ISO/IEC 14443, mit dem die Datenraten zwischen Karte und Lesegerät nach dem ersten Verbindungsaufbau angepasst werden.
PROXIMITY CHECK (DESFIRE)
Ein Sicherheitsmechanismus in DESFire EV2 und EV3, der die ultrapräzise Umlaufzeit von Funkframes zwischen Karte und Lesegerät misst, um Man-in-the-Middle- und Relay-Angriffe zu blockieren.
PROXIMITY VS. VICINITY
Die normative Einteilung, die HF-Technologien mit kurzer und mittlerer Reichweite trennt. Proximity (ISO/IEC 14443) zielt auf Kommunikation innerhalb von 10 Zentimetern und bildet den Kern des mobilen Bezahlens und der NTAG-Chips. Vicinity (ISO/IEC 15693 / Type 5) erweitert den Betrieb auf bis zu 1 Meter für industrielle Anwendungen und Bibliotheken.
Siehe auch: ISO/IEC 14443, ISO/IEC 15693, Reichweite.
PWD (32-BIT-PASSWORT)
Ein 4-Byte-Geheimschlüssel im Konfigurationsspeicher eines NTAG, der den Schreibzugriff (oder den Lese- und Schreibzugriff) auf bestimmte Speicherseiten beschränkt.
QR-CODE
Ein gedruckter zweidimensionaler Barcode, funktionaler Cousin des NFC-Tags zum Öffnen eines Links, den die Kamera liest, wo NFC durch bloßes Annähern gelesen wird. Beide leben gern auf demselben Träger zusammen: Der Code sichert die universelle Zugänglichkeit, der Tag bietet die direkteste Geste.
QUIET-BEFEHL / STAY QUIET
Eine Protokollanweisung, die ein Lesegerät nach ISO 15693 an einen bestimmten, bereits identifizierten ICODE-Tag sendet, damit dieser vorübergehend nicht mehr antwortet; so kann das Lesegerät die übrigen, noch nicht gelesenen Tags im Feld erkennen.
READ MULTIPLE BLOCKS
Ein von ICODE-Chips unterstützter ISO-15693-Standardbefehl, mit dem ein Lesegerät in einer einzigen Funktransaktion bis zu 32 zusammenhängende Speicherblöcke abrufen kann.
REICHWEITE
Die maximale Kommunikationsentfernung zwischen Lesegerät und Tag, in der Größenordnung weniger Zentimeter, bedingt durch die Physik des Nahfelds und vom Standard bewusst übernommen. Eine Begrenzung nur dem Anschein nach: Sie begründet die auf Nähe beruhende Sicherheit von NFC und den absichtlichen Charakter der Geste.
Siehe auch: Nahfeld.
RELAY-ANGRIFF
Ein Angriffsszenario, bei dem mithilfe zweier Komplizengeräte der Dialog zwischen einer Karte und einem Terminal, die in Wirklichkeit weit voneinander entfernt sind, künstlich verlängert wird. Er zielt auf Transaktionssysteme, nicht auf einfache Inhalts-Tags, deren Lesen von Natur aus frei ist; Zahlungsprotokolle begegnen ihm mit eigenen Gegenmaßnahmen, insbesondere Zeitmessungen.
Siehe auch: kontaktloses Bezahlen, Reichweite.
RESONANZ
Das Phänomen, bei dem der aus Antenne und Chip gebildete Schwingkreis, abgestimmt auf die Arbeitsfrequenz, mit maximaler Effizienz auf das Feld des Lesegeräts anspricht, wie eine Stimmgabel, die auf ihrem Ton schwingt. Die Resonanz ist es, die einen winzigen Tag genug Energie einfangen lässt, um zu leben.
Siehe auch: Antennenabstimmung, Frequenz, elektromagnetische Induktion.
RFID (RADIO FREQUENCY IDENTIFICATION)
Die große Familie der Technologien zur Identifizierung per Funk, aufgefächert auf mehrere Frequenzbänder und Reichweiten, die Königin von Logistik, Zugangskontrolle und Tierkennzeichnung. NFC ist ihr direkter Nachkomme, hervorgegangen aus ihrem Hochfrequenzzweig und für die breite Öffentlichkeit standardisiert.
RFID-SCHUTZHÜLLE
Eine Hülle oder Geldbörse mit Abschirmung, die die kontaktlose Kommunikation der darin enthaltenen Karten blockiert. Für das gute Gefühl wirksam, ist sie zugleich eine klassische Ursache für stumme NFC-Tags und -Karten: Durch sie lässt sich per Definition nichts lesen.
Siehe auch: kontaktlos, Reichweite.
ROLLBACK-MECHANISMUS
Das automatische Hardware-Wiederherstellungssystem in DESFire-Chips, das den Speicher auf den zuletzt bekannten guten Zustand zurücksetzt, wenn die HF-Versorgung mitten in einer Transaktion ausfällt.
RTD (RECORD TYPE DEFINITION)
Die vom NFC Forum veröffentlichten Definitionen für die standardisierten Datensatztypen, insbesondere Text, URI und Smart Poster. Dieser gemeinsame Bezugsrahmen garantiert, dass ein hier geschriebener Datensatz überall verstanden wird.
Siehe auch: Datensatz, NDEF, NFC Forum.
SAK (SELECT ACKNOWLEDGE)
Der Wert, den ein Chip vom Type A am Ende seiner Auswahl durch das Lesegerät zurückgibt und der Auskunft über seine Art und seine Fähigkeiten gibt. Zusammen mit dem ATQA dient das SAK der feinen technischen Identifizierung von Chips, eine Frage der Diagnose mehr als der alltäglichen Nutzung.
Siehe auch: ATQA, ISO/IEC 14443.
SAM (SECURE APPLICATION MODULE)
Ein dedizierter kryptografischer Smartcard-Chip (oft direkt in Zahlungsterminals, Nahverkehrsdrehkreuze oder Industrie-Lesegeräte integriert), der Masterschlüssel verwahrt. Das SAM übernimmt die Schlüsselprüfung und die gegenseitige Authentifizierung lokal mit den Tags (etwa MIFARE DESFire), ohne geheime Schlüssel der Host-Software preiszugeben.
SCAN-SITZUNG
Unter iOS das NFC-Betriebsfenster, das eine App öffnet: das Systemblatt, das unten am Bildschirm hochfährt, dazu auffordert, den Tag heranzuhalten, und sich bei Erfolg, Fehler oder Ablauf der Zeit wieder schließt. Jeder von einer App ausgelöste NFC-Vorgang unter iOS findet innerhalb einer solchen Sitzung statt, dem konkreten Ausdruck der von Apple gewollten Aufsicht.
Siehe auch: Core NFC, Tag-Lesen im Hintergrund.
SCHLÜSSEL A UND B (MIFARE CLASSIC)
Ein Paar von Authentifizierungsschlüsseln, das jeden Speichersektor eines MIFARE-Classic-Chips schützt, mit unterschiedlichen Rechten, je nach Konfiguration zum Lesen oder zum Schreiben. Als Erbe einer anderen Sicherheitsepoche gilt dieser proprietäre Mechanismus heute als anfällig, was die Abkehr ernsthafter Systeme hin zu modernen Chips erklärt. Siehe die vollständige Seite zum Chip MIFARE Classic.
SCHLÜSSELABLEITUNGSFUNKTION (KDF)
Ein kryptografischer Algorithmus, der aus Masterschlüsseln und Kontextdaten wie UIDs oder Nonces eindeutige Sitzungsschlüssel berechnet.
SCHLÜSSELDIVERSIFIZIERUNG
Eine kryptografische Strategie, bei der die individuellen Schlüssel jedes einzelnen Tags dynamisch aus einem Masterschlüssel abgeleitet werden, anhand eindeutiger Größen wie der werkseitigen Seriennummer des Tags. So ist sichergestellt, dass die Kompromittierung eines Tags nicht das gesamte System gefährdet.
SCHLÜSSELSÄTZE / MEHRERE SCHLÜSSELSÄTZE
Ein Mechanismus in DESFire EV2 und EV3, bei dem Anwendungen bis zu 16 verschiedene Sätze von Zugriffsschlüsseln gleichzeitig vorhalten können. Das erleichtert den nahtlosen Schlüsselwechsel (Key Rolling) und die Rotation von Schlüsseln im Feld, ohne bereits eingesetzte Lesegeräte zu beeinträchtigen.
SCHLÜSSELVERSIONIERUNG
Ein Metadaten-Byte, das jedem in einem DESFire-Chip gespeicherten Schlüssel beigefügt ist und dessen Generationsversion angibt. Es hilft Softwaresystemen, Schlüsselaktualisierungen über große, verteilte Lesegeräte-Bestände hinweg zu verwalten.
SCHNITTSTELLENARBITRIERUNG
Die Hardwarelogik, die Kollisionen verhindert, wenn ein HF-Scan eines Smartphones und ein Host-Mikrocontroller im selben Moment versuchen, den Speicher eines dynamischen Tags zu lesen.
SCHREIBZYKLEN (ENDURANCE)
Die Anzahl der Überschreibvorgänge, die der Speicher eines Chips verkraftet, bevor er verschleißt, von den Herstellern bei gängigen Referenzen mit etwa hunderttausend Zyklen garantiert (bei einigen NTAG-Varianten bis zu 500.000). Das Lesen hingegen verschleißt gar nichts. Gemessen an der tatsächlichen Nutzung, bei der ein Tag im Laufe seines Lebens eine Handvoll Mal beschrieben wird, ist diese Grenze rein theoretisch.
Siehe auch: EEPROM, Datenerhalt.
SCHUTZ VOR ÜBERLAUF / UNTERLAUF
Eine eingebaute Schutzlogik für DESFire-Wertdateien (Value Files), die verhindert, dass arithmetische Operationen (Abbuchungen oder Gutschriften) Höchstgrenzen überschreiten oder unter null fallen.
SCHUTZART (IP)
Eine genormte zweistellige Einstufung, die die Dichtheit eines Produkts gegen Staub und Wasser beschreibt. Bei einem Tag für den Außeneinsatz oder für die Wäsche ist sie die Angabe, nach der man im Produktdatenblatt suchen sollte: Der Chip fürchtet nichts außer seinem Träger, und die Verkapselung macht den ganzen Unterschied.
SCHUTZZEIT
Die Mindestpause zwischen aufeinanderfolgenden Befehlsübertragungen in der NFC-Funkkommunikation, die sicherstellt, dass passive Tags genug Zeit haben, ihre internen Verarbeitungszustände zwischen den Vorgängen zurückzusetzen.
SECURE ELEMENT (SE)
Ein manipulationssicheres Hardwarebauteil, das sich unter anderem in Smartphones findet (als eingebettetes eSE oder in der SIM-Karte) und in dem sensible Vorgänge wie das kontaktlose Bezahlen abgeschottet sind. Mit einem gewöhnlichen Tag hat es nichts gemein: Es ist ein zertifizierter elektronischer Tresor, der tokenisierte Bankdaten, Zutrittsausweise und Nahverkehrstickets verwahrt, außer Reichweite alltäglicher Apps.
Siehe auch: kontaktloses Bezahlen, Kartenemulation.
SEITENADRESSIERUNG (4-BYTE-SEITEN)
Das grundlegende interne Layout von NTAG-Chips vom Type 2, bei dem der Speicher in kleine adressierbare Einheiten zu 4 Byte (32 Bit) unterteilt ist, benannt als Seite 0 bis Seite N.
SEKTORSPERRE BEI TAGS
Die granulare Zugriffsschutzfunktion fortgeschrittener Chips mit mehreren Sektoren (etwa MIFARE Classic oder DESFire), mit der Administratoren bestimmte Speichersektoren unabhängig voneinander einfrieren oder sperren können, während andere Sektoren für künftige Anwendungen beschreibbar bleiben.
SELECT-BEFEHL (ISO 15693)
Eine Anweisung, die die Kommunikation eines Lesegeräts anhand der 64-Bit-UID auf einen einzelnen, bestimmten ICODE-Tag festlegt und alle anderen im Magnetfeld befindlichen Tags ignoriert.
SERIALISIERUNG
Die serielle Kodierung von Tags, die jeweils eigene Daten erhalten, meist einen individualisierten Link, im Gegensatz zum Duplizieren identischer Inhalte. Sie verlangt Produktionsdisziplin, eine Zuordnungstabelle und die Prüfung jedes einzelnen Exemplars und begründet Anwendungen, bei denen jeder Tag unterscheidbar sein muss: die Nachverfolgung einzelner Einheiten oder personalisierte Seiten.
Siehe auch: Kodierung, Vorkodierung, UID.
SICHERER KANAL (DESFIRE)
Eine verschlüsselte, integritätsgeschützte Funksitzung, die nach erfolgreicher gegenseitiger AES-Authentifizierung zwischen einem Lesegerät und einem DESFire-Chip aufgebaut wird.
SICHERHEITSSCHLÜSSEL (FIDO)
Ein kleines Gerät für die starke Authentifizierung, das man an sein Smartphone hält, oft per NFC, um eine Anmeldung nach den FIDO-Standards zu bestätigen. Es steht für ein vertrauenswürdiges NFC, das auf eingebetteter Kryptografie beruht, am entgegengesetzten Ende des einfachen Inhalts-Tags.
Siehe auch: Secure Element, Verschlüsselung.
SILIZIUM-SERIENNUMMER (64-BIT-UID)
Die werkseitig eingravierte 8-Byte-Kennung, die dauerhaft in jeden ICODE-Chip eingebrannt ist, einschließlich Herstellercodes (NXP = 0x04) und der standardmäßigen Header-Flags nach ISO 15693.
SMART POSTER
Ein NDEF-Datensatztyp, der einen Link mit Begleitinformationen verbindet, insbesondere einem Titel, ursprünglich für interaktive Plakate entwickelt. Er lebt in den Auswahllisten von Schreibanwendungen fort, doch die moderne Nutzung bevorzugt den schlichten Link, der leichter ist und überall interpretiert wird.
Siehe auch: Datensatz, URI-/URL-Datensatz.
SMART-LABEL-INLAY
Das physische Zwischenprodukt aus einem ICODE-Siliziumchip, der auf ein flexibles Trägermaterial mit Antenne montiert ist und bereit ist, zu Papieretiketten oder Hangtags weiterverarbeitet zu werden.
SNEP (SIMPLE NDEF EXCHANGE PROTOCOL)
Ein NFC-Forum-Protokoll oberhalb von LLCP, mit dem zwei Peer-to-Peer-Geräte NDEF-Nachrichten direkt aneinander senden oder voneinander abrufen können. Es war das zugrunde liegende Protokoll, das früher von Funktionen wie Android Beam genutzt wurde.
SPEICHERGRANULARITÄT
Der kleinste adressierbare Byte-Block, der im nichtflüchtigen Speicherlayout eines Tags einzeln gelesen, beschrieben oder per Passwort gesperrt werden kann.
SPEICHERSEITEN UND -BLÖCKE
Die interne Unterteilung des Chipspeichers in kleine adressierbare Einheiten: Seiten zu vier Byte bei gängigen Tags, Blöcke und Sektoren bei anderen Familien. Der Nutzer greift nie direkt darauf zu, da die Apps das übernehmen, doch die Begriffe tauchen beim Auslesen im Expertenmodus auf.
SPERRBITS
Spezielle Bereiche im Speicher eines Chips, deren Umschalten, bauartbedingt unumkehrbar, das Beschreiben dauerhaft untersagt. Sie machen den Wechsel zu „nur lesbar“ endgültig: Keine Software kann sie jemals wieder zurücksetzen.
SPERREN
Der Vorgang, der das Beschreiben eines Tags dauerhaft untersagt, indem seine Sperrbits gesetzt werden; das Lesen bleibt weiterhin frei. Bauartbedingt unumkehrbar, schützt er öffentliche Tags vor Missbrauch und lässt sich ideal mit einem Weiterleitungslink kombinieren, der dem Inhalt die Freiheit erhält, sich weiterzuentwickeln.
SPIEGELUNG (MIRROR-FUNKTION)
Eine Funktion bestimmter Chips, die interne Informationen wie die eindeutige Kennung oder den Lesezähler automatisch in den gelesenen Inhalt einspiegelt und an einer gewählten Stelle im Link einfügt. Sie ermöglicht Links, die sich bei jedem Lesen ändern, und bildet die Grundlage für Zähl- und dynamische Authentifizierungsmechanismen. Bei NTAG-Chips fügt die UID-Spiegelung die 7-Byte-Seriennummer als 14 hexadezimale Zeichen ein und die Zählerspiegelung den 24-Bit-Tap-Zähler, jeweils an einer konfigurierbaren Position im Link.
Siehe auch: Lesezähler, SUN / SDM, UID.
ST25
Eine Familie von NFC-Chips eines großen europäischen Halbleiterherstellers, die insbesondere Referenzen vom Type 4 und Type 5 abdeckt. Ihr Auftauchen in Datenblättern erinnert daran, dass sich der Markt nicht auf eine einzige Reihe reduzieren lässt: Mehrere konforme Familien koexistieren, bauartbedingt interoperabel. Ausführliche Chipseiten: ST25TA, ST25TB, ST25TN, ST25TV und LRI2K.
Siehe auch: NTAG, ICODE, NFC-Forum-Tag-Typen.
STANDARD-DATENDATEI
Ein grundlegender DESFire-Dateityp, der den Speicher als rohes, zusammenhängendes Byte-Array darstellt und sich zum Speichern beliebiger Nutzdaten wie Fotos oder Text eignet.
STANDARD-ZUGRIFFSPASSWORT
Der ab Werk eingestellte 32-Bit-Passwortzustand (typischerweise 0xFFFFFFFF) unkonfigurierter NTAG-Chips, bevor der Benutzer einen eigenen Passwortschutz aktiviert.
STATISCHE SPERRBITS (NTAG)
Systembits auf Seite 2 eines NTAG-Chips, die den Zugriff auf die unteren Speicherseiten (Seiten 0 bis 15) dauerhaft einfrieren, einschließlich des Capability Containers und der ersten NDEF-Byte.
SUN / SDM (SECURE UNIQUE NDEF / SECURE DYNAMIC MESSAGING)
Dynamische Authentifizierungsmechanismen spezialisierter Chips: Bei jedem Lesen fügt der Tag in seinen Link einen kryptografischen Code ein, den der Zielserver überprüfen kann, wodurch das Kopieren des Inhalts nutzlos wird. Das ist die ernsthafte Antwort auf den Bedarf an Produktauthentifizierung, wo der Standard-Tag nur eine auf bloßen Angaben beruhende Rückverfolgbarkeit bieten kann. Vorhanden bei NTAG 424 DNA und MIFARE DESFire EV3; konfigurierbare Offset-Zeiger platzieren UID, Zähler und MAC in der URL, und Server prüfen üblicherweise einen gekürzten 8-Byte-MAC, um die Links kurz zu halten.
Siehe auch: Spiegelung, Verschlüsselung, Klonen.
SWP (SINGLE WIRE PROTOCOL)
Ein Standard für eine physische Eindraht-Schnittstelle, die einen NFC-Controller-Chip direkt mit einer SIM-/UICC-Karte in einem Mobiltelefon verbindet und es der SIM-Karte ermöglicht, als Hardware-Secure-Element für kontaktlose Transaktionen zu dienen.
Siehe auch: Secure Element, Kartenemulation.
SYSTEMINFORMATIONEN (ICODE)
Eine standardisierte Statusantwort eines ICODE-Chips mit Angaben zu Speicherblockgröße, Gesamtzahl der Blöcke, UID, IC-Referenzcode und Sperrstatusbits.
TAG
Die etablierte Bezeichnung für das NFC-Etikett: das Ganze aus Chip, Antenne und Trägermaterial, ein passives Objekt, das darauf wartet, gelesen zu werden. Aufkleber, Karte, Schlüsselanhänger, Token oder Implantat in einem Gegenstand: Der Tag nimmt jede Form an, für ein und dieselbe Funktion.
Siehe auch: Chip, Antenne, Trägermaterial.
TAG MIT MANIPULATIONSNACHWEIS
Ein Tag, bei dem eine leitfähige Schleife, die beim Öffnen der Verpackung oder Abziehen des Trägers unterbrochen wird, den beim Lesen gemeldeten Zustand erkennbar verändert. So wird NFC zum Zeugen der Unversehrtheit, etwa zum Versiegeln von Flaschen, Verpackungen oder Geräten.
Siehe auch: Antenne, SUN / SDM.
TAG-LESEN IM HINTERGRUND
Das Verhalten neuerer iPhones, die Tags erkennen, ohne dass eine App geöffnet ist (bei eingeschaltetem Bildschirm), und die passende Aktion über eine Mitteilung anbieten. Es setzt korrekt kodierte NDEF-Inhalte voraus, löst pro Tag nur eine Aktion aus und kennt Ausnahmen: in manchen Fällen ein gesperrtes Gerät, ein Chip, der gerade mit einer Zahlung beschäftigt ist.
TEXT-DATENSATZ
Ein NDEF-Datensatztyp, der freien Text trägt, begleitet von einem Sprachcode, den Smartphones auswerten können. Ohne zugehörige Aktion zeigt er an, statt auszulösen: Er ist Notizen, Anweisungen und Ergänzungen vorbehalten, während die Aktion Sache des Links bleibt.
Siehe auch: Datensatz, URI-/URL-Datensatz.
TLV (TYPE LENGTH VALUE)
Die elementare Struktur aus Typ, Länge und Wert, mit der der Speicher bestimmter Tags seine Datenblöcke organisiert, darunter die NDEF-Nachricht. Ein Stück interne Technik, dem man beim Auslesen im Expertenmodus begegnet und das die Apps für Sie übernehmen.
Siehe auch: NDEF-Formatierung.
TNF (TYPE NAME FORMAT)
Das Header-Feld jedes NDEF-Datensatzes, das die Familie seines Typs angibt, insbesondere vom NFC Forum standardisierter Typ, MIME-Typ oder externer Typ. Interne Technik des Formats, der man bei detaillierten Lesevorgängen begegnet und die erklärt, woher Smartphones wissen, was sie mit jedem Datensatz tun sollen.
Siehe auch: Datensatz, RTD, MIME-Datensatz.
TOKENISIERUNG
Ein Sicherheitsmechanismus des mobilen Bezahlens, bei dem die echte Kartennummer durch ein dem Gerät zugeordnetes Token ersetzt wird, das als Einziges bei Transaktionen übertragen wird. Der Händler sieht nie die wahre Nummer, und ein kompromittiertes Token wird widerrufen, ohne die Karte ersetzen zu müssen: Das ist einer der Gründe, warum Bezahlen per Smartphone nicht unsicherer ist als mit der Karte.
Siehe auch: kontaktloses Bezahlen, EMV, Secure Element.
TRÄGERMATERIAL
Das Material, auf dem das Inlay montiert ist und das dem Tag seine endgültige Form gibt: die Kunststofffolie bei Aufklebern, das PVC bei Karten, das Holz, Metall oder die Keramik bei handwerklich gefertigten Objekten. Es bestimmt die physische Widerstandsfähigkeit des Tags, den eigentlichen begrenzenden Faktor seiner Lebensdauer.
Siehe auch: Inlay, Anti-Metall-Tag, Verkapselung.
TRÄGERSIGNAL (13,56 MHZ)
Die Grundwelle der NFC-Kommunikation, die das Lesegerät auf der einen Frequenz von 13,56 Megahertz aussendet und der die ausgetauschten Informationen aufgeprägt werden. Der Tag erzeugt nie ein eigenes Trägersignal: Er moduliert das des Lesegeräts.
TRANSAKTIONS-MAC (DESFIRE)
Eine kryptografische Prüfsumme, die der DESFire-Chip am Ende einer komplexen mehrstufigen Transaktion erzeugt und die den Backend-Servern mathematisch beweist, dass eine Transaktion erfolgreich stattgefunden hat.
TRANSAKTIONSTIMER
Eine mit DESFire EV3 eingeführte Sicherheitsfunktion, die ein striktes Zeitlimit im Mikrosekundenbereich für den Abschluss von Authentifizierung und Dateiänderung festlegt und so Man-in-the-Middle-Angriffe vereitelt.
TYPE 5 TAG (NFC FORUM)
Die offizielle Klassifizierung des NFC Forum für Vicinity-Tags mit großer Reichweite auf Basis der Technologie ISO/IEC 15693, deren in der Industrie vorherrschende Umsetzung die ICODE-Familie von NXP ist.
UID (EINDEUTIGE KENNUNG)
Die Seriennummer des Chips (bei Standard-Tags typischerweise 7 Byte), bei der Herstellung eingraviert, weltweit einzigartig, unveränderlich und für alle lesbar. Sie unterscheidet Tags voneinander, dient als Auslöser für Automatisierungen und als Anhaltspunkt bei Installationen, stellt aber weder ein Geheimnis dar noch, bei Standard-Tags, ein Element, das sich nachbilden lässt.
Siehe auch: Klonen, Hexadezimal.
UID-KASKADENSTUFE
Das in ISO/IEC 14443 Type A definierte mehrstufige Verfahren, mit dem ein Lesegerät die eindeutige Seriennummer eines Chips ermittelt. Weil ältere UIDs 4 Byte und moderne UIDs 7 Byte (selten 10 Byte) lang sind, läuft das Antikollisionsverfahren über bis zu drei „Kaskadenstufen“, um die vollständige Kennung zu lesen.
Siehe auch: UID, Antikollision, ISO/IEC 14443.
URI-/URL-DATENSATZ
Der am häufigsten verwendete NDEF-Datensatztyp, der eine Adresse im weiten Sinne trägt: eine Webseite, aber je nach verwendetem Präfix auch einen Anruf-, E-Mail-, Nachrichten- oder Geolokalisierungsbefehl. Er ist das Transportmittel für die wichtigste Anwendung von NFC, das Öffnen eines Links.
Siehe auch: Datensatz, Landingpage, URI-Präfix.
URI-PRÄFIX
Ein vom NDEF-Format vorgesehener Abkürzungsmechanismus, der die gebräuchlichsten Adressanfänge durch einen Code aus einem einzigen Byte ersetzt. Ihm ist es zu verdanken, dass ein Link weniger wiegt, als es scheint, und er ist einer der Gründe, Adressen mit Standardpräfixen zu bevorzugen.
Siehe auch: URI-/URL-Datensatz, Byte.
UWB (ULTRABREITBAND)
Eine Funktechnologie zur präzisen Ortung, die in bestimmten Smartphones und Trackern verbaut ist und Entfernungen und Richtungen messen kann. Mit NFC hat sie nichts gemein außer ihrer Nachbarschaft auf Datenblättern: Bei NFC steht der absichtliche Kontakt im Vordergrund, bei UWB die genaue Lokalisierung.
Siehe auch: Ortungs-Tracker, Bluetooth.
VCARD
Das standardisierte Format für Kontaktkarten, das von jedem Adressbuch eines Smartphones verstanden wird. Auf einem Tag kodiert, ermöglicht die vCard, Kontaktdaten mit einer einzigen Geste zu speichern, ganz ohne Netzwerk; da sie viel Speicher verschlingt, erfordert sie Chips mit komfortabler Kapazität und friert die Daten im Moment des Schreibens ein.
Siehe auch: Nutzbare Speicherkapazität, NTAG.
VERKAPSELUNG
Die schützende Umhüllung des Inlays in seinem endgültigen Träger: Kunststofflaminierung, Epoxidharz oder Vollverguss, je nach Produkt. Sie entscheidet über die Widerstandsfähigkeit des Tags gegen Wasser, Stöße und Reinigungsmittel und damit über seine Eignung für den Außeneinsatz.
VERKETTUNG (NDEF / APDU)
Eine Technik für den Fall, dass Daten die maximale Größe eines einzelnen Frames überschreiten: Große Nutzdaten werden in aufeinanderfolgende, verknüpfte Pakete zerlegt, die am Empfangsende wieder zusammengesetzt werden.
VERSCHLÜSSELUNG
Ein wichtiger Punkt der Klarsicht: Die NDEF-Datensätze eines Standard-Tags sind nicht verschlüsselt. Jedes Smartphone, das den Tag liest, liest seinen Inhalt im Klartext; die Vertraulichkeit eines Tags beruht auf seinem physischen Standort, nie auf einem kryptografischen Geheimnis. Kryptografische Funktionen gibt es durchaus, aber auf spezialisierten Chips, die anderen Zwecken dienen, der Zugriffskontrolle oder der Produktauthentifizierung.
VICC (VICINITY INTEGRATED CIRCUIT CARD)
Die in ISO/IEC 15693 definierte technische Bezeichnung für kontaktlose Transponder mittlerer Reichweite (Vicinity-Tags), die bis zu 1 Meter von einem Lesegerät entfernt arbeiten.
VICINITY-REICHWEITE (1 METER)
Die erweiterte Kommunikationsreichweite im Betrieb (bis zu 1 Meter), die sich erreichen lässt, wenn ICODE-Etiketten nach ISO 15693 mit leistungsstarken Industrie-Lesegeräten und großen Antennen kombiniert werden.
VOLLDUPLEX VS. HALBDUPLEX
NFC arbeitet ausschließlich im Halbduplexbetrieb: Die Geräte wechseln sich beim Senden und Empfangen ab, statt gleichzeitig zu senden und zu empfangen.
VORKODIERUNG
Ein Service, bei dem Tags bereits beschrieben und gegebenenfalls gesperrt geliefert werden, mit Inhalten, die der Kunde vorgibt. Er verlagert die Serienproduktion und deren Qualitätskontrolle auf den Lieferanten und ergibt vollen Sinn, sobald die Stückzahlen wachsen oder jeder Tag einen eigenen Link erhalten muss.
WALLET (DIGITALE WALLET)
Eine System-App, die Zahlungskarten, Nahverkehrstickets, Eintrittskarten und Schlüssel bündelt und dem Terminal per NFC präsentiert. Sie ist das Schaufenster der Kartenemulation für Verbraucher und der Ort, an dem das NFC des Smartphones am häufigsten arbeitet, ohne dass sein Name auch nur ausgesprochen wird.
Siehe auch: Kartenemulation, kontaktloses Bezahlen, Express-Modus.
WEB NFC
Eine Schnittstelle, über die eine Webseite Tags direkt im Browser lesen und beschreiben kann, ohne dass eine Anwendung installiert ist. Die Unterstützung bleibt lückenhaft und im Wesentlichen auf bestimmte Browser unter Android beschränkt, weshalb sie eher ein Hilfsmittel als eine universelle Grundlage ist.
WEITERLEITUNGSLINK
Eine Zwischenadresse unter der Kontrolle des Tag-Besitzers, die auf die jeweils aktuelle Landingpage weiterleitet. Wer statt einer rohen Adresse eine Weiterleitung kodiert, entkoppelt den unveränderlichen, sperrbaren Tag für immer vom beliebig bearbeitbaren Inhalt: Das ist der Grundpfeiler dauerhafter Installationen.
Siehe auch: Landingpage, Sperren.
WERTDATEI
Eine spezialisierte DESFire-Dateistruktur, die eigens für Anwendungen als elektronische Geldbörse entwickelt wurde, numerische Guthaben speichert und die integrierten Befehle Credit, Debit und ReadBalance durchsetzt.
WLAN-DATENSATZ
Ein NDEF-Datensatztyp mit den Zugangsdaten eines drahtlosen Netzwerks: Name, Sicherheitstyp und Passwort. Android-Geräte nutzen ihn, indem sie die Verbindung mit einer einzigen Geste anbieten; iPhones interpretieren ihn nicht auf dieselbe Weise, was bei gemischtem Publikum eine Ergänzung in Text- oder Linkform nötig macht.
WRAPPED APDU (DESFIRE)
Eine Übertragungsmethode, bei der native DESFire-Befehle in Standard-APDUs nach ISO/IEC 7816-4 eingepackt werden, sodass Standard-PC/SC-Smartcard-Hardware ohne proprietäre Treiber mit DESFire-Chips kommunizieren kann.
WRITE MULTIPLE BLOCKS
Ein Befehl, mit dem ein Lesegerät in einem einzigen Vorgang identische oder aufeinanderfolgende Daten in mehrere zusammenhängende Speicherblöcke eines ICODE-Chips schreiben kann, was Kodierabläufe beschleunigt.
ZÄHLER (ICODE LESEN/SCHREIBEN)
Ein integrierter Hardware-Zähler in modernen ICODE-Chips, der bei jedem erfolgreichen Lese- oder Aktualisierungsvorgang automatisch hochzählt, ideal zur Nutzungsverfolgung oder zur Manipulationsprüfung.
ZUFÄLLIGE UID
Eine Option bestimmter Chips, bei jeder Sitzung statt der festen Seriennummer eine zufällig gewählte Kennung zu präsentieren. Sie dient dem Schutz der Privatsphäre: Der Inhaber einer Karte kann so nicht anhand der Kennung seiner Karte verfolgt werden; allerdings macht sie den Chip für Anwendungen ungeeignet, die auf einer stabilen Kennung beruhen. Bei MIFARE DESFire liefert dieser Modus bei jeder Sitzung eine zufällige 4-Byte-Kennung.
ZYKLISCHE DATENSATZDATEI
Eine DESFire-Dateistruktur für die Protokollierung von Transaktionen, bei der Schreibvorgänge neue Datensätze nacheinander anhängen, bis die Datei voll ist, und dann automatisch den ältesten Datensatz überschreiben.





